Neben der US-Bank JPMorgan droht nun nach übereinstimmenden Medienberichten auch der Bank of America eine weitere milliardenschwere Strafe. Die für Immobilienfinanzierung zuständige Aufsicht FHFA fordere für die Beilegung zivilrechtlicher Ansprüche aus windigen Hypothekengeschäften mindestens sechs Milliarden Dollar, wie die «Financial Times» und die Nachrichtenagentur Bloomberg berichteten. Die Bank of America hatte bereits in anderen Streitfällen Milliardenvergleiche mit der US-Regierung getroffen.

Die FHFA wirft der Bank of America vor, beim Verkauf von Hypothekenpapieren an die staatlichen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac die Qualität der Kredite beschönigt zu haben. Als die US-Immobilienblase im Jahr 2007 platzte und die Preise für Eigenheime einbrachen, konnten die Hausbesitzer ihre Schulden nicht mehr begleichen – die Hypothekenpapiere verloren schlagartig an Wert.

18 Banken verklagt

Für die Verluste von insgesamt rund 200 Milliarden Dollar bei Fannie Mae und Freddie Mac musste letztlich der Steuerzahler aufkommen. Dieses Geld will sich die FHFA nun zumindest zum Teil von den Banken zurückholen. Insgesamt hat die Behörde 18 Banken verklagt, darunter auch die Deutsche Bank .

Das grösste Rad in diesem Geschäft soll die Bank of America beziehungsweise der Immobilienfinanzierer Countrywide gedreht haben. Diesen hatte der Konzern in der Finanzkrise übernommen und sich daran verhoben. Die Übernahme kostete die Bank wegen horrender Verluste mit Krediten und Strafen schon mehr als 40 Milliarden Dollar. Die Bank of America musste vom Staat gerettet werden.

US-Branchenprimus JP Morgan soll sich nach Medienberichten vom Wochenende zufolge mit der FHFA bereits auf die Zahlung von 4 Milliarden Dollar geeinigt haben. Das ist Teil eines grossen Vergleichspakets, mit dem das Institut die Altlasten bei den Behörden aus der Welt schaffen will. Insgesamt ist die Rede davon, dass JP Morgan bereit ist, den Rekordbetrag von 13 Milliarden Dollar zu zahlen.

(awp/vst/aho)

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