Die Aufarbeitung ihrer Fehler aus der Finanzkrise lässt die Bank of America nicht los. Nach einer milliardenschweren Einigung mit den staatlichen Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac im vergangenen Monat droht nach Informationen aus Finanzkreisen nun ein noch teurerer Vergleich wegen windiger Hypothekengeschäfte.

Das Institut verhandele mit weiteren US-Behörden über Zahlungen von mehr als 13 Milliarden Dollar, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen. Der Betrag käme zu den 9,5 Milliarden Dollar hinzu, die die Bank nach einer Einigung mit der Aufsichtsbehörde FHFA an Fannie Mae und Freddie Mac wegen ähnlicher Fälle zahlen muss.

Höhere Zahlung als JPMorgan 

In den aktuellen Gesprächen verhandelt die Bank nun mit dem Justizministerium in Washington. Zudem sind Strafverfolger aus drei Bundesstaaten eingebunden. Erneut geht es um Hypothekengeschäfte. Die Bank soll Investoren beim Weiterverkauf von Darlehen über die tatsächliche Qualität der Kredite getäuscht haben.

Anzeige

Dafür droht ihr nun eine noch höhere Zahlung als dem Konkurrenten JPMorgan , der sich im vergangenen Jahr mit dem Justizministerium auf die bisherige Rekordstrafe von 13 Milliarden Dollar verständigt hatte. Die Behörden und die Bank wollten den Bericht nicht kommentieren.

Grosser Abschreiber zum Jahresbeginn

Wie viel Geld die Bank für den Fall bereits zur Seite gelegt hat, liess sie bislang offen. Bei ihren Quartalszahlen Mitte April teilte sie lediglich mit, die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten wegen der Hypothekengeschäfte noch einmal um 2,4 Milliarden Dollar erhöht zu haben. Das zweitgrösste Kreditinstitut des Landes schrieb deshalb zu Jahresbeginn einen Verlust von 276 Millionen US-Dollar.

Die Bank of America ist eine grosse Verliererin der Finanzkrise. Für Hypothekengeschäfte hat sie nach Bloomberg-Berechnungen mittlerweile mit über 50 Milliarden Dollar gebüsst. Dabei kommt sie vor allem ihr einstiger Expansionsdrang teuer zu stehen. Denn einen Grossteil der Altlasten holte sie sich durch die Übernahme des Immobilienfinanzierers Countrywide und der Investmentbank Merrill Lynch ins Haus. Countrywide gilt als Institut, das besonders leichtfertig Hauskredite vergab und Merrill war wiederum eines der Häuser, die diese Kredite zu grösseren Paketen zusammenschnürten und weiterverkauften.

(awp/dbe)