Die Bank of America erholt sich nur schleppend von der Krise. Zwar erwirtschaftete das Institut nach zwei Verlustquartalen wieder einen Gewinn von zwei Milliarden Dollar. Das waren allerdings fast 40 Prozent weniger als vor einem Jahr. Auch die Erwartungen von Analysten verfehlte die Bank deutlich. Zu schaffen machten dem Unternehmen gestiegene Kosten im Hypothekengeschäft und geringere Erträge im Handelsgeschäft. Dagegen sanken die Kosten für Kredite und Risikovorsorge deutlich. Die Aktie verlor vorbörslich rund 1,5 Prozent.

Die Bank of America hinkt seit der Finanzkrise der Konkurrenz hinterher. Im vergangenen Jahr hatte das Institut aus Charlotte in North Carolina wegen einer schwachen zweiten Jahreshälfte seinen Verlust sogar um 1,3 auf 3,6 Milliarden Dollar ausgeweitet. Probleme bereiteten etwa der übernommene Immobilienfinanzierer Countrywide und der Kauf der Investmentbank Merrill Lynch. Zudem belastet die Bank of America die immer noch schlechte Stimmung unter den US-Konsumenten, von der das Haus stark abhängig ist.

Keine normale Dividende

Deshalb ist das Institut auch weiter an der Leine der US-Notenbank Fed und kann noch nicht so frei wie andere Häuser über sein Geld verfügen. So darf die Bank of America auch noch keine normale Dividende zahlen, während etwa Branchenprimus JPMorgan fürs erste Quartal schon wieder 25 Cent je Aktie ausschüttet und ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm angekündigte.

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Die Grossbank JP Morgan hatte mit seinen Quartalszahlen am Mittwoch die Messlatte für die Konkurrenz erneut hoch gelegt. Ein florierendes Investmentbanking und satte Einnahmen im Kreditkarten-Geschäft liessen den Gewinn des gut durch die Krise gekommenen Wall-Street-Hauses um zwei Drittel auf 5,6 Milliarden Dollar hochschnellen

(laf/cms/awp)