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Zahlen
Bank of America stark – Wells Fargo enttäuscht

Bank of America: Gute Zahlen im dritten Quartal. Keystone

Die US-Grossbanken profitieren von höheren Leitzinsen. Doch während die Bank of America massiv zulegte, musste Wells Fargo wegen hoher Rechtskosten einen Gewinnrückgang hinnehmen.

Veröffentlicht am 13.10.2017

Die grossen US-Banken profitieren von den gestiegenen Leitzinsen in den USA. Der Nettogewinn der Bank of America kletterte im dritten Quartal um 15 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar, wie sie am Freitag mitteilte. Wells Fargo konnte den Zinsüberschuss zwar ebenfalls steigern, leidet aber unter teuren Skandalen und einem schwächelnden Hypothekengeschäft. Der Nettogewinn der Bank aus San Francisco fiel im dritten Quartal um 19 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar.

Die US-Notenbank Fed hat binnen Jahresfrist den Leitzins um insgesamt 0,75 Prozentpunkte erhöht. Davon profitiert insbesondere die Bank of America, die so stark von der Zinsentwicklung abhängig wie kaum ein anderes amerikanische Institut. Neben den höheren Zinsen machten sich für das zweitgrösste US-Geldhaus auch Kostensenkungen bezahlt.

Schlechtes Omen für die Deutsche Bank

Die Erträge legten nur um ein Prozent auf 22,1 Milliarden Dollar zu - insbesondere wegen des schwächelnden Anleihenhandels. Vor Jahresfrist hatten die US-Präsidentschaftswahl und die Entscheidung Grossbritanniens, die EU zu verlassen, das Handelsgeschäft noch angekurbelt.

Bei der Bank of America fielen die Erträge im Anleihenhandel um 22 Prozent. Über einen ähnlich starken Rückgang hatten am Donnerstag bereits die Citigroup und JP Morgan berichtet. Das ist ein schlechtes Omen für die Deutsche Bank, die besonders im Anleihenhandel stark ist. Sie legt ihre Zahlen am 26. Oktober vor.

Hohe Rechtskosten bei Wells Fargo

Enttäuscht reagierten die Anleger am Freitag auf die Zahlen von Wells Fargo. Im dritten Quartal fielen Rechtskosten in Höhe von einer Milliarde Dollar an. Die Bank kommt nach dem «Phantomkonten»-Skandal nicht zur Ruhe. Sie soll über Jahre rund zwei Millionen Konten ohne Genehmigung der Kunden eröffnet haben. Damit wollten Bankmitarbeiter offenbar hochgesteckte Verkaufsvorgaben erreichen. Inzwischen hat die Bank aber auch Untersuchungen wegen Gebühren für Hypotheken, den Umgang mit eingefrorenen Sparkonten und Zusatzpodukten eingeleitet. Die New Yorker Banken- und Versicherungaufsicht warf dem Institut vor, über Jahre für 800'000 Kreditnehmer teure Autoversicherungen ohne deren Wissen abgeschlossen zu haben.

Auch in dem für die Bank wichtigen Hypothekengeschäft läuft es seit einigen Quartalen schlecht. Die Erträge brachen hier um 37 Prozent ein, insgesamt gingen sie um zwei Prozent auf 21,9 Milliarden Dollar zurück.

In der kommenden Woche legen noch die beiden grossen US-Investmentbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs ihre Zahlen vor.

(reuters/gku)

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