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Bank Cler
Bank-App Zak braucht neuen Partner

Cler-Kunden können über die Zak-App bei Siroop einkaufen.
Cler-Kunden können über die Zak-App bei Siroop einkaufen. Doch das Ende von Siroop ist bereits eingeläutet. Quelle: zVg Bank Cler

Die Bank Cler sucht einen neuen Shopping-Partner. Noch vor kurzem hat sie die gescheiterte Online-Plattform Siroop in ihre Banking-App integriert.

Von Michael Heim
am 20.06.2018

Die Basler Kantonalbank hat heute morgen angekündigt, die Bank Cler, an der sie eine Mehrheit hält, ganz übernehmen zu wollen. Für die noch kotierten 24 Prozent der Aktien wird den Anlegern ein Übernahmeangebot gemacht. Ziel ist, die Bank ganz in die Strukturen der Basler Staatsbank zu integrieren, sie aber als eigenständige, nationale Marke weiter zu betreiben.

Einst war Cler die Genossenschaftliche Zentralbank (GZB), ein Institut der Gewerkschaften und der Coop-Genossenschaften. Im Jahr 1999 übernahm die BKB die Aktienmehrheit der damaligen Coop Bank, 2017 kaufte sie den Detailhändler ganz aus. Seither firmiert die Bank als Bank Cler.

Der Link zu Coop weist bald ins Leere

Doch ein Link zu Coop besteht noch, und der macht der Bank derzeit wenig Freude. Ausgerechnet beim viel gelobten, neuen Online-Angebot « Zak» ist Cler eine Partnerschaft mit Coop eingegangen. Genau genommen mit der gescheiterten Coop-Tochter Siroop.

Die Konto-App von Zak ist direkt mit dem Siroop-Katalog gekoppelt. Bankkunden können sich darin Produkte aussuchen, auf die sie sparen wollen. Monat für Monat. Sobald das Geld in einem speziell kreierten Töpfchen angespart ist, wird das Produkt bei Siroop bestellt. Und die Bank erhält von Siroop eine Vermittlungsprämie. Solche Cash-Backs sind zentrales Element im Business-Plan des Zak-Kontos, das ansonsten spesenfrei daherkommt.

Doch nun hat Coop das Ende von Siroop eingeläutet. Vor zwei Monaten wurde bekannt, dass das gemeinsam mit der Swisscom lancierte Projekt einer offenen Handelsplattform gescheitert ist. Die Swisscom verkaufte ihre Anteile an Coop. Dieser gab bekannt, Siroop noch dieses Jahr einzustellen. Inzwischen wurde die Siroop AG aufgelöst.

Zak setzt auf weitere Vertriebspartner

Nun braucht Cler einen neuen Partner für die App. Bis Ende Jahr bleibe Siroop ja noch online, sagt Cler-Präsident Andreas Sturm. «Wir stehen aber bereits im Austausch mit möglichen neuen Partnern.» Ziel sei es, das Angebot an Mehrwertdiensten bei Zak weiter auszubauen. «Am Geschäftsmodell ändert sich nichts.» Einer dieser Partner ist die Versicherung Baloise. Auch sie vertreibt Angebote direkt über die «Zak»-App.

In der Branche hat der Start von Zak Anfangs dieses Jahres auf Aufsehen gesorgt. Verglichen mit anderen Banken geht Cler mit ihrer Online-Plattform deutlich weiter. Die Kontoführung geschieht ausschliesslich online über eine einfache App. Anstelle mehrerer Konten finden sich darin «Töpfe», auf die sich das Geld mit wenigen Klicks aufteilen lässt. Neu ist es sogar möglich, solche Töpfe mit anderen Kunden zu teilen.

Grosse Verluste bei Siroop

Siroop hat bei den beiden Aktionären Coop und Swisscom grosse finanzielle Löcher hinterlassen, wie Recherchen der Handelszeitung zeigen. Insgesamt verblieb in der Siroop AG ein aufgelaufener Bilanzverlust von 140 Millionen Franken. Mittlerweile wurde sie in die Coop-Genossenschaft fusioniert.

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