Die zur italienischen Grossbank UniCredit gehörende Bank Austria will sich von ihrer Verluste schreibenden ukrainischen Tochter trennen. Der Verkaufsprozess sei gestartet worden und es gebe trotz der Krise in der Ukraine einen Interessenten, sagte Bank-Austria-Chef Willibald Cernko in Wien. Eine Veräusserung binnen zwölf Monaten sei denkbar. Die Chancen für einen Abschluss seien derzeit aber schwer abzuschätzen. Unicredit hatte die ukrainische Tochter Ukrsotsbank 2008 übernommen und sie kürzlich mit einem kleineren lokalen Institut verschmolzen.

«Befreiungsschlag»

Bank Austria ist die Osteuropa-Tochter der UniCredit. Sie hatte per Ende September in der Ukraine Kredite über 2,3 Milliarden Euro vergeben und hielt Staatsanleihen über 220 Millionen Euro. Die UniCredit ist die sechsgrösste Bank des Landes mit rund 435 Filialen. Die ukrainische Tochterbank belastete im vergangenen Jahr das Ergebnis der Bank Austria mit 256 Millionen Euro. Die österreichische Schwesterbank der HypoVereinsbank wies für 2013 einen Verlust von 1,6 Milliarden Euro aus. Das Institut habe alle Firmenwerte in Höhe von zwei Milliarden Euro vollständig abgeschrieben. Cernko bezeichnete dies als «Befreiungsschlag, der uns von dem Belastungsrucksack der Vergangenheit befreit».

Ein Verkauf der ukrainischen Tochter soll nichts an der Strategie der Bank Austria ändern. «Wir haben weiterhin ein klares Bekenntnis zu Zentral- und Osteuropa», sagte Cernko. Das Geldhaus ist vor der Raiffeisen Bank International und der Erste Group der grösste Kreditgeber in Osteuropa.

(reuters/chb)