Die Julius Bär Gruppe hat per Ende Oktober 2011 verwaltete Vermögen in der Höhe von 166 Milliarden Franken verbucht, das waren gleich viele wie Ende Juni 2011. Dies dank einem Neugeldzufluss, der in den ersten zehn Monaten des Jahres annualisiert am oberen Ende des mittelfristigen Zielbereichs von 4-6 Prozent lag. Die verwalteten Vermögen konnten zudem von einem leicht positiven Währungseffekt profitieren.

Die Neugelder sowie der Währungseffekt hätten die negative Marktentwicklung vor allem wegen der schwachen Aktienmärkte aufwiegen können, teilte die Julius Bär Gruppe mit. Die gesamthaft betreuten Kundenvermögen, die auch die Custody-Vermögen einschliessen, beliefen sich auf 259 Milliarden Franken nach 260  Milliarden per Jahresmitte.

Zum Neugeldzufluss in den ersten zehn Monaten des Jahres trugen laut Mitteilung alle Regionen positiv bei. Am stärksten entwickelt hätten sich aber die Wachstumsmärkte und das lokale Privatkundengeschäft in der Schweiz und in Deutschland.

Bruttomarge leicht verbessert

Bei der Profitabilität verzeichnet die Privatbank leichte Fortschritte. So lag die Bruttomarge im bisherigen Jahresverlauf geringfügig höher als im ersten Halbjahr 2011, als eine Marge von 105 Basispunkte resultiert hatte. Dies sei hauptsächlich das Resultat gestiegener kundenseitiger Handelsvolumina in Fremdwährungen, die den Einfluss des erneut tieferen Transaktionsvolumens in Wertschriften mehr als kompensiert hätten.

Neue Einsparungen von 40 Millionen Franken

Ein weiteres Kostensenkungsprogramm soll nun zu Einsparungen in der Höhe von rund 40 Millionen Franken führen, davon etwa 30 Millionen beim Personalaufwand und der Rest beim Sachaufwand. Das Programm umfasst, wie bereits in den Medien gemeldet, den Abbau von rund 150 Stellen in allen Geschäftsbereichen weltweit. Der Sachaufwand soll etwa über die Anzahl gemieteter Räumlichkeiten oder über IT-bezogene Abschreibungen reduziert werden.

Das Programm führt zu einem einmaligen Aufwand von rund 50 Millionen Franken der dem Finanzergebnis 2011 belastet wird. Der überwiegende Teil der angestrebten Kostensenkung werde spätestens per Mitte 2012, die volle Umsetzung per 2013 wirksam, verspricht Julius Bär.

Bezüglich der laufenden Diskussionen in Steuerangelegenheiten zwischen den USA und der Schweiz unterstütze die Bank «aktiv die Bemühungen der Schweizer Regierung» und «kooperiert im Rahmen des geltenden Rechts» mit den US-Behörden. Die geschäftlichen und finanziellen Folgen seien aber derzeit nicht verlässlich abschätzbar. Julius Bär gehört zu den mindestens elf Schweizer Instituten, die im Zusammenhang mit unversteuerten Kundengeldern in das Visier der US-Behörden geraten sind.

Rückkaufprogramm zur Hälfte ausgenutzt

Zum aktuellen Aktienrückkaufprogramm teilte die Gruppe ausserdem mit, bisher insgesamt 5'624'500 Aktien zurückgekauft zu haben. Das seien 54 Prozent der maximalen Anzahl Aktien, die zurückgekauft werden können. Das im Mai 2011 lancierte Rückkaufprogramm läuft noch bis zur nächsten Ordentlichen Generalversammlung vom 11. April 2012.

Keine Angaben machte die Zürcher Bankengruppe zum Übernahmekampf um die Basler Privatbank Sarasin, für welche Bär bei der Mehrheitsaktionärin Rabobank nach Medienangaben ein Kaufgebot eingereicht haben soll. Auch ein Sprecher wollte am Montagmorgen dazu keine weiteren Kommentare abgeben.

(rcv/laf/awp)

Anzeige