Im Gegensatz zur Grossbank Credit Suisse hat der Vermögensverwalter Julius Bär keine Rückstellungen wegen der Steuerhinterziehungs-Untersuchungen in den USA gebildet. «Im Moment haben wir keine zuverlässige Berechnungsgrundlage für so eine Rückstellung», sagte ein Bär-Sprecher auf Anfrage.

Bär steht wie Credit Suisse (CS) und neun weitere Schweizer Banken auf einer Liste von Vermögensverwaltern, von denen die US-Steuerbehörden anonymisierte Daten über mutmassliche amerikanische Steuerhinterzieher fordern. Allerdings ist nur CS Gegenstand einer formellen Untersuchung, die Mitte Juli bekannt wurde.

Credit Suisse mit knapp 300 Millionen Franken Rückstellungen

CS stellte im dritten Quartal 295 Millionen Franken für «Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der Steuerangelegenheit in den USA» zurück, wie es am Dienstag im Geschäftsbericht hiess. Die Summe basiere auf den verfügbaren Informationen und dem Rat von Rechtsexperten.

Der Bundesrat verhandelt mit den USA über eine alle Banken umfassende Lösung für den Steuerstreit. Spekulationen über einen bevorstehenden Abschluss der Gespräche erhielten durch die CS-Rückstellungen neue Nahrung. Die Verhandlungen gingen weiter, sagte dazu ein Sprecher des federführenden Staatssekretariats für Internationale Finanzfragen (SIF).

In einem ähnlichen, von Beobachtern aber als gravierender eingeschätzten Fall hatte die Grossbank UBS Beihilfe zu Steuerhinterziehung eingeräumt und 2009 eine Busse von 780 Millionen Dollar gezahlt.

(rcv/sda)