Die Vorgaben der Raiffeisen-Führung sind klar. Die Privatbank Notenstein hat ihre verwalteten Vermögen zu verdoppeln. Chef Adrian Künzi geht deshalb erneut auf Brautschau, nachdem Ende Monat die Übernahme der Basler Privatbank La Roche abgeschlossen sein wird. «Notenstein ist offen für Zukäufe», sagt Künzi im Gespräch mit der «Handelszeitung«.

Er führe kontinuierlich «Sonderungsgespräche» und betont: «Aus Transaktionssicht wäre eine grössere Akquisition besser als mehrere kleinere, da jeder Deal eine gewisse Komplexität mit sich bringt.» Zugleich Künzi stapelt tief: «Wir müssen nicht grösser werden, um profitabel zu sein. Aber es ist der Wunsch da, dass wir visibler und gewichtiger werden.»

Region Zürich ist im Fokus

Marktteilnehmer bringen indes die Private-Banking-Sparte der Erzrivalin Vontobel ins Spiel. Schliesslich muss Notenstein an Gewicht zulegen, um der Genossenschaft als Ausgleichsmasse zu dienen. «Wir sollten mindestens zehn Prozent zum Raiffeisen-Gruppenergebnis beisteuern, um diversifizierend zu wirken», sagt Künzi, der organisch mindestens «mit dem Schweizer Markt» mitwachsen will.

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Dies entspricht einer Neugeld-Rate von zwei Prozent. «Potenzial sehe ich in den Regionen Zürich, Zentral- und Westschweiz.» Einen Profitablitätsschub erwartet Künzi jedoch «frühestens in zwei bis drei Jahren», wenn Notenstein auf die Arizon-Avaloq-IT-Plattform der Raiffeisen migriert. «Dann können wir eine Cost-Income-Ratio von 70 bis 75 Prozent anvisieren», sagt Künzi.

70 Basler Banker stossen zu Notenstein

Die Integration der Privatbank La Roche ist derweil praktisch in trockenen Tüchern: 70 der 100 Basler «Banquiers» arbeiten ab November für die Raiffeisen-Tochter. Dass die Integration der Basler Bank bisher reibungslos ablief, zeigt der Umstand, dass nur etwa 200 Millionen Franken an Kundengeldern nach der Dealverkündigung abflossen.

Die La-Roche-Übernahme spült damit zwischen 5 und 6 Milliarden Frankenb an Kundengeldern in die Notenstein-Tresore. «Damit kommen wir beim ­Closing voraussichtlich auf rund 21 Milliarden Franken an verwalteten Ver­mögen. Ende Jahr erwarten wir ein Aufwand-Ertrags-Verhältnis von 80 Prozent», sagt Adrian Künzi im Gespräch.

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