In Deutschland sind offenbar die Filialen der Bank Sarasin in der Affäre Hypo-Vereinsbank (HVB) von den deutschen Behörden durchsucht worden. Wie die «Süddeutsche Zeitung» nach Angaben von Kreisen berichtet, soll die Privatbank in mehrere Aktiendeals rund um die HVB, den Berliner Immobilienunternehmer Rafael Roth und einen Anwalt verwickelt sein. In diesen Aktiendeals seien in Deutschland angeblich Steuern in der Höhe von knapp 124 Millionen Euro hinterzogen worden.

Die Bank Sarasin erklärte auf Anfrage der Zeitung, man habe derzeit keine Anhaltspunkte für ein Fehlverhalten der Bank. Gleichwohl habe man sofort eine interne Untersuchung eingeleitet, um die Situation zu klären. Zu den Details wollte sich die Privatbank nicht äussern.

In der vergangenen Woche habe die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt mit Hilfe des Bundeskriminalamtes insgesamt 13 Objekte in Deutschland durchsucht, darunter die HVB-Zentrale in München, Filialen der Hypo-Vereinsbank und das Bankhaus Sarasin, heisst es im Bericht weiter.

Ermittlungen eingeleitet

Wegen des Verdachts der besonders schweren Steuerhinterziehung werde gegen sechs heutige und frühere Beschäftigte der HVB, gegen Roth sowie gegen den Anwalt ermittelt, der diese Geschäfte gesteuert haben soll. Unter den Beschuldigten seien keine Mitarbeiter und auch keine Manager von Sarasin.

Allerdings soll die Bank Sarasin bei diesen Aktiendeals, mit welchen der deutsche Fiskus betrogen worden sei, eine Schlüsselrolle gespielt haben, so der Bericht weiter. In einem Bescheid des Finanzamtes Wiesbaden II vom 3. Februar 2011 für die an diesem Handel beteiligte Firma des Immobilienunternehmers Rafael Roth heisse es, Sarasin sei Initiator der Aktengeschäfte gewesen. Die Bank habe Kontakt zur HVB und zu einer Anwaltskanzlei aufgenommen. Die drei Parteien hätten eine Anlagestrategie unter Ausnützung von Steuererstattungen entwickelt.

(muv/aho/awp)