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Bank Valiant steigert Gewinn

Valiant hat letzten Herbst beschlossen, zehn kleinere Niederlassungen zu schliessen. (Bild: Keystone)

Die Bankengruppe Valiant konnte trotz schwierigem Marktumfeld 2011 einen höheren Konzerngewinn erzielen. Zudem wurde die Nachfolge im Verwaltungsratspräsidium geregelt - Postchef Jürg Bucher soll dies

Veröffentlicht am 07.03.2012

Die Bankengruppe Valiant hat im vergangenen Geschäftsjahr 2011 trotz dem anhaltenden Druck im Zinsgeschäft einen höheren Konzerngewinn erzielt. Die im Halbjahr kommunizierte Zusammenführung der Tochterbanken wurde bereits umgesetzt. Das Unternehmen stellt zudem die Weichen für die Nachfolge im Verwaltungsratspräsidium: Der abtretende Post-Chef Jürg Bucher soll 2013 das Amt übernehmen.

Der Bruttogewinn fiel - vor allem wegen der Kosten für die Straffungen des Filialnetzes - mit 169,7 Millionen Franken um 3,4 Prozent unter dem Vorjahr aus. Der Konzerngewinn konnte dagegen von deutlich höheren ausserordentlichen Erträgen profitieren und stieg um 4,2 Prozent auf 127,6 Millionen Franken.

Im wichtigsten Bereich, dem Zinsengeschäft, bekam das Finanzinstitut das anhaltend tiefe Zinsniveau zu spüren und zeigte sich zudem bei der Kreditvergabe zurückhaltend. Der Zinserfolg bildete sich in der Folge um 3,5 Prozent auf 310,2 Millionen Franken zurück. Dagegen konnte das Unternehmen im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (+4,6 Prozent auf 71,9 Millionen Franken) vorwärts machen. Zudem führten Mehrerträge im Handelsgeschäft und beim übrigen Erfolg dazu, dass die Erträge insgesamt etwa auf dem Niveau des Vorjahres ausfielen.

Filialschliessungen umgesetzt

Der Geschäftsaufwand erhöhte sich um 2,3 Prozent auf 243,7 Millionen Franken. Die Zusammenführung der Tochterbanken sei bereits umgesetzt, so Valiant. Das Unternehmen hatte im August 2011 angekündigt, die Tochterbanken Valiant Bank, Valiant Privatbank, Spar + Leihkasse Steffisburg und Banque Romande Valiant unter dem Dach der Valiant Bank zusammenzulegen sowie zehn kleinere Niederlassungen zu schliessen.

Die Massnahmen führten laut Valiant zu einer vorübergehenden Zunahme des Sachaufwands. Die resultierenden Kosteneinsparungen würden nun in den nächsten 18 Monaten realisiert. Zudem solle ein Anfang 2011 eingeleitetes Effizienzsteigerungsprogramm ab dem laufenden Geschäftsjahr zum Tragen kommen. Im Jahr 2011 erhöhte sich das Kosten-Ertrags-Verhältnis leicht auf 58,9 Prozent (Vorjahr 57,6 Prozent).

Die Aktionäre sollen eine unveränderte Dividende von 3,20 Franken je Aktie erhalten. Diese soll aus den Reserven aus Kapitaleinlagen und somit steuerfrei ausgeschüttet werden.

Anhaltender Margendruck

Für das laufende Jahr erwartet Valiant einen anhaltenden Margendruck als Folge der Tiefzinspolitik der Notenbanken. Das wirtschaftliche Umfeld sei zudem weiterhin von der ungelösten Schuldenproblematik in den USA und den Euroländern geprägt, die Auswirkungen auf die Schweizer Wirtschaft blieben ungewiss. Valiant sei ausschliesslich in der Schweiz tätig und habe keine Kreditrisiken im Ausland, betont die Bank. Wegen des Margendrucks habe die kontinuierliche Überprüfung der Kosten- und Personalstruktur sowie des Geschäftsstellennetzes auch in diesem Jahr Priorität.

Umbruch im Verwaltungsrat

Im Verwaltungsrat der Bank kündigt sich ein Umbruch an. An der kommenden Generalversammlung soll Jürg Bucher in das Gremium gewählt werden. Bucher tritt Ende August 2012 als Konzernleiter der Post zurück und will das Valiant-Mandat per 1. September antreten. Das Verwaltungsratspräsidium von Valiant soll er 2013 von Kurt Streit übernehmen, der sich dann nicht mehr zur Wiederwahl stellen wird. Valiant ist seit 2009 Kooperationspartnerin von PostFinance im Kreditgeschäft.

An der kommenden GV werden sich zudem Vizepräsident Markus Häusermann sowie die Mitglieder Marc Alain Christen und Roland Ramseier nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Damit scheiden die drei amtsältesten Mitglieder aus, heisst es.

(rcv/awp)

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