Seit die Aktienmärkte vor über vier Jahren nach einem massiven Einbruch wieder nach oben gedreht haben, war dem Bankmetier ein goldener Boden beschieden. Jüngst nun sind Gewitterwolken am Horizont aufgezogen. Ist es nur ein kurzer Sturm? Die Bankiers wagen keine Prognose. Allerdings: Wie alle Geschäftsaktivitäten und Märkte unterliegt auch die Bankbranche den zyklischen Schwankungen. Einmal auf, einmal ab. Vieles deutet darauf hin, dass der Wendepunkt in der Aufwärtsbewegung bald erreicht ist. Das 2. Halbjahr 2007 wird zeigen, wie stark die Kollateralschäden nach der Krise am amerikanischen Subprime-Hypothekenmarkt im hiesigen Bankgeschäft ausfallen.

Die Private-Equity-Branche hat jedenfalls bereits einen ersten Dämpfer erhalten. Zahlreiche Megadeals müssen neu ausgehandelt werden, weil sich das Geld nicht mehr so einfach via günstige Carry Trades beschaffen lässt. Das hat in diesem Nischenmarkt auch eine reinigende Wirkung. Nach dem Wildwuchs wird jetzt die Spreu vom Weizen getrennt.
Den Schweizer Banken haben die «goldenen Jahre» viel Geld in die Kassen gespült. Selbst wer nur mittelmässig gearbeitet hat und seine Strukturen nicht auf Vordermann brachte, der konnte dank den günstigen Rahmenbedingungen an den Kapitalmärkten immer noch ein respektables Ergebnis vorweisen. Das wird sich in Zukunft ändern. Die hohen Finanzerträge sind nicht mehr automatisch garantiert. Umso wichtiger ist es, dass vorausblickende Bankier ihr Backoffice laufend effizienter gestalten. Die Industrialisierung im Bankgewerbe, verbunden mit einer mehr oder minder starken Aufsplitterung der Wertschöpfungskette, wird in den nächsten Jahren das dominante Thema sein.
Gleichzeitig wird auch die Infrastruktur des Finanzplatzes Schweiz auf eine neue Basis gestellt. Mit der Fusion von Schweizer Börse SWX und den Finanzdienstleistern SIS und Telekurs entsteht ein Gigant im Wertschriftenhandel und in der Abwicklung. Bereits früher haben die Verantwortlichen der Swiss Exchange gegenüber sämtlichen Annäherungsversuchen von ausländischen Börsen die kalte Schulter gezeigt. Nun wird der Alleingang geprobt, aber man zeigt sich offen für Kooperationen. Der Börsenplatz Schweiz kann durchaus gewisse Trümpfe ausspielen. Mit dem Schulterschluss im Bereich Handel und Abwicklung entstehen Synergieeffekte. Das müsste auch zu markanten Kosteneinsparun-
gen führen. Im internationalen Wettbewerb ist das entscheidend: Der Preis ist bei den Investoren ausschlaggebend.