Die Finanz- und Wirtschaftskrise, die um eine Haaresbreite zum Kollaps des weltweiten Finanzsystems geführt hätte, klingt schneller ab als erwartet. Auch der Finanzsektor, der die Krise massgeblich mitverursacht hat, wächst wieder überdurchschnittlich. Wie sieht die Bank der Zukunft aus? Diese Frage diskutierte ein hochkarätiges Podium, das von Martin Spieler, Chefredaktor der «Handelszeitung», moderiert wurde. Die Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass Banken ihre Komplexität reduzieren müssten. «Das spricht nicht gegen eine integrierte Bank, die sämtliche Dienstleistungen anbietet, angefangen bei der Vermögensverwaltung bis zum Investment Banking», sagte Urs Rohner, Vizepräsident des Verwaltungsrats von Credit Suisse. Im Hinblick auf die Modernisierung des Bankensektors meinte Christian Casal, Direktor bei McKinsey: «Banken müssen nicht jeder Mode nachrennen.» Es genüge, sich auf die Stärken und Kernkompetenzen zu konzentrieren, führte der Experte für Banken aus. «Eine eindeutige Positionierung ist entscheidend», pflichtete Joachim H. Strähle, CEO der Bank Sarasin, bei. Der Erfolg gibt Strähle Recht: Sarasin ist in der Krise schneller gewachsen als zuvor. Im Hinblick auf strengere Regulatorien warnte Ingo Walter, Finanzprofessor an der New York University, vor unvorhersehbaren Auswirkungen: «Kleine Änderungen der Gesetzgebung haben grosse Auswirkungen auf Kapitalströme.» Banken und Risiken liessen sich nicht trennen. Dieser Meinung war Olivier Steimer, Verwaltungsratspräsident der Waadtländer Kantonalbank. «Ein gutes Risikomanagement hat eine Bank dann, wenn ihr Risikohunger und ihre Risikotoleranz sich die Waage halten», sagte der Fachmann.

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