Die Schweiz hat in der Vermögensverwaltung trotz der Steuerdiskussionen eine Zukunft. Dies sagt Boris Collardi, der Chef der Bank Julius Bär, in einem Interview mit der Zeitung «Le Temps». Der automatische Informationsaustausch sei bloss ein Detail.

Die Banken und der Bundesrat hätten zu langsam auf die Steuerfragen reagiert, konstatierte der Topbanker in dem am 15. August aufgezeichneten Gespräch. Im Grundsatz seien sich alle über die Idee einig gewesen, dass sich die Angelegenheit weiter entwickle. In fünf Jahren sei die Diskussion beendet und der automatische Informationsaustausch Tatsache.

Zukunft der Schweizer Banken gesichert

Julius Bär ist eines der 14 Schweizer Institute, gegen welche die USA ermitteln. Gemäss Collardi laufen die Verhandlungen und weitere Informationen sollten in den kommenden Wochen folgen. Die Höhe der zu erwartenden Busse lasse sich nicht abschätzen. Sie dürfte aber aus den zur Verfügung stehenden Mitteln bezahlt werden können, sagte Collardi.

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Die Zukunft der Schweizer Banken in der Vermögensverwaltung sei gesichert. Die Tradition garantiere, dass die Schweiz in dieser Domäne ihre Stellung halten könne. Die Banken müssten aber Marktanteile erobern.

Julius Bär setzt dabei auf Asien. Dank des Zukaufs der internationalen Aktivitäten von Merrill Lynch hofft die Bank, bis im kommenden Jahr 20 bis 25 Prozent des Geschäfts in der Region mit den meisten Millionären weltweit zu abwickeln. Gegenwärtig sind es 10 bis 15 Prozent.

(sda/rcv/aho)