«Bessere Geschäftspartner werden.» Für viele Finanzchefs von Banken ist dies das vorrangige Ziel in den kommenden fünf Jahren. Das zeigt eine Studie des Wirtschaftsprüfungs-und Beratungsunternehmen EY unter Finanzchefs von 25 Banken in der Schweiz und Liechtenstein.

Die Erfüllung gesetzlicher Auflagen infolge der weltweiten Finanzkrise habe die Finanzchefs und deren Budgets während des letzten Jahrzehnts stark beansprucht, heisst es in einer Mitteilung. Nun verfügten die Finanzfachkräfte aber langsam wieder über einen grösseren Spielraum.

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Dem Wachstum verpflichtet

In einer Umfrage gaben 84 Prozent der Banken-Finanzchefs an, dass die Absicht, «ein besserer Geschäftspartner zu sein», zu ihren drei wichtigsten Prioritäten bis ins Jahr 2020 gehört.

Von den Teilnehmern aus dem Private-Banking-Sektor sowie den globalen und ausländischen Banken zählten gar 100 Prozent diese Aufgabe zu ihren wichtigsten drei Prioritäten. Zudem gaben beinahe zwei Drittel der Befragten aus dem Private Banking an, dass die Unterstützung des Wachstums zu ihren drei wichtigsten Prioritäten gehört.

Die Finanzfachkräfte globaler und ausländischer Banken richten ihre Aufmerksamkeit ebenfalls vermehrt auf Wachstum. 40 Prozent zählen dies zu ihren drei wichtigsten Prioritäten.

Aufgrund des begrenzten Potenzials bei Kantonal-und Regionalbanken zählt Wachstum nicht zu den drei wichtigsten Prioritäten derer Finanzchefs. Auch die Frage nach der Verbesserung ihrer eigenen Rolle als Geschäftspartner ist für CFOs von Kantonal-und Regionalbanken weniger dringend: Nur 50 Prozent zählen dies zu ihren drei wichtigsten Prioritäten.

Technologie steigert Effizienz

Das Auslagern von Dienstleistungen verliert bei den Banken laut Umfrage an Bedeutung. Bis 2020 rechnet die Prognose mit einem Rückgang des sogenannten Outsourcings von einem Prozent.

Stattdessen findet eine schwache Verlagerung zum sogenannten Offshoring mittels Captives statt. Darunter versteht man das Angebot von Dienstleistungen im eigenen Unternehmen, aber ausserhalb der Hochlohnstandorte. Dieses Offshoring dürfte laut EY im gleichen Zeitraum um 3 Prozent zulegen.

Führende Unternehmen witterten ein viel grösseres Potenzial bei den Technologien der nächsten Generation, heisst es im Communiqué. Dank einer neuen Qualität der Automatisierung könnten diese auch am Hochlohnstandort entwickelt werden. Zudem untergrabe das Auslagern ins Ausland und das Outsourcen tendenziell Anreize, ineffiziente Prozesse zu optimieren.

(sda/chb)