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Bericht
Bankenbarometer: Schweizer Institute im Aufwind

UBS (links) und Credit Suisse (rechts) in Zürich: Gewinne durch Grossbanken getrieben. Keystone

Im letzten Jahr haben die hiesigen Geldhäuser gute Geschäfte gemacht. Dennoch gibt es einige Verlierer. In einer Sache bleibt der Schweizer Bankensektor Weltmeister.

Veröffentlicht am 03.09.2015

Die Schweizer Banken haben im anspruchsvollen Jahr 2014 insgesamt ihre Gewinne gesteigert. Einige Banken mussten aber die Segel streichen und der Personalbestand verringerte sich. Im laufenden Jahr erschwert die Aufhebung des Euro-Mindestkurses die Geschäftstätigkeit. Die Banken rechnen dennoch für das zweite Halbjahr mit einer gleichbleibenden oder leicht positiven Beschäftigungsentwicklung,

Das Jahr 2014 habe die Banken in der Schweiz vor zahlreiche Herausforderungen gestellt, was sich auf der Kostenseite und in den Margen niedergeschlagen habe, heisst es im heute veröffentlichten Bankenbarometer der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg). Dennoch stieg der aggregierte Geschäftserfolg um 1,2 Prozent auf 61,5 Milliarden Franken und der aggregierte Jahresgewinn um 19,3 Prozent auf 14,2 Milliarden. 246 der insgesamt 275 Banken in der Schweiz erzielten einen Jahresgewinn.

6'656 Milliarden Franken

Gleichzeitig vervielfachten sich die Verluste der unprofitablen Institute auf 6,8 Milliarden Franken. Die Höhe der Jahresgewinne und -verluste sei massgeblich durch die Grossbanken sowie die Bankengruppe der ausländisch beherrschten Banken geprägt gewesen, schreibt die Bankiervereinigung.

Per Ende 2014 verwalteten die Institute Vermögen im Umfang von 6'656 Milliarden Franken, was gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme von 518 Milliarden entspricht. Der Anstieg resultiert gemäss Mitteilung aus einer Zunahme der Wertschriftenbestände, der Verpflichtungen gegenüber Kunden in Spar- und Anlageform und der Termineinlagen.

Weltmarktführer in der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung

Die Banken profitierten ausserdem von Zuflüssen aus Schwellenländern und den Transitionsländern Europas. Dieser Zustrom konnte den Vermögensrückgang aus Westeuropa auf Grund von Steuerbegleichungen mehr als kompensieren.

Der Anteil an ausländischen verwalteten Vermögen liegt ungebrochen bei leicht über 50 Prozent. Der Schweizer Bankensektor bleibt mit einem Anteil von 26 Prozent Weltmarktführer in der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung.

Der Konsolidierungsprozess hat sich 2014 fortgesetzt. Ende 2014 waren 275 Institute in der Schweiz tätig, acht weniger als im Jahr davor. Gründe für diesen Rückgang waren fünf Entlassungen aus dem Bankenstatus, zwei Liquidationen, zwei Übernahmen durch andere Banken sowie eine Neuaufnahme.

Personalrückgang im ersten Halbjahr

Der inländische Personalbestand nahm um 1,6 Prozent auf 104'053 Mitarbeitende ab. Die Arbeitslosenquote im Schweizer Bankensektor lag mit durchschnittlich 2,5 Prozent aber deutlich unter der Quote der Gesamtwirtschaft (3,2 Prozent).

Die jährlich von der SBVg durchgeführte Umfrage zur Personalentwicklung zeigt für das erste Halbjahr 2015 einen weiteren leichten Rückgang der Beschäftigung in der Schweiz (-0,3 Prozent). Für das zweite Halbjahr 2015 weise die Umfrage auf einen gleichbleibenden Personalbestand hin, schreibt die Bankiervereinigung. Diese Einschätzung teilen 69,8 Prozent der Umfrageteilnehmer. 19,1 Prozent) erwarten eine Zunahme und 11,1 Prozent eine Abnahme ihres Personals.

(awp/dbe/hon)

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