Im Schnitt verdienten die Chefs der 15 grössten Banken in Europa und den USA im vergangenen Jahr 11,5 Millionen US-Dollar - 10 Prozent weniger als 2011. Das geht aus einer Studie im Auftrag der «Financial Times» hervor. An der Spitze löste John Stumpf von der US-Bank Wells Fargo Jamie Dimon von JP Morgan ab, wie die Zeitung schreibt. Er steigerte sein Einkommen 2012 um 7,8 Prozent auf 19,3 Millionen Dollar.

Stumpf ist damit einer von nur gerade drei Bankchefs, die ihren Lohn gegenüber 2011 erhöhen konnten - unter ihnen befindet sich auch Brady Dougan. Der Credit-Suisse-Chef trug im vergangenen Jahr 7,8 Millionen Franken (8,3 Millionen Dollar) nach Hause. 2011 waren es «nur» 5,8 Millionen Franken gewesen - allerdings hatte ihm sein Arbeitgeber damals den Lohn um über die Hälfte gekürzt.

HSBC-Chef in Europa vorne

2012 erhielt Dougan wieder ein höheres Salär, obschon sich der Aktienkurs in diesem Jahr alles andere als erfreulich entwickelte: Während sich die Kurse von 13 der 15 Banken besser entwickelten als der FTSE World Index, hinkten einzig die Credit Suisse und die spanische BBVA hinterher.

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Mit seinem Lohn erreicht Dougan in der Rangliste den 11. Platz. Er liegt damit knapp hinter Sergio Ermotti von der Konkurrentin UBS: Der Tessiner erhielt 2012 eine Gesamtvergütung von 8,9 Millionen Franken (9,5 Millionen Dollar) nach 6,4 Millionen Franken im Vorjahr und schaffte es damit in die Top Ten der Spitzenverdiener (Rang 9).

Folgen der Fehlspekulation

Für die Studie wertete die Analysefirma Equilar neben den Festgehältern auch Bonuszahlungen sowie die fällig gewordenen langfristigen Aktienzuteilungen und Prämien aus. Der Spitzenverdiener John Stumpf hat Wells Fargo zu einem Gewinner der Finanzkrise gemacht und den vierten Rekordgewinn in Folge eingefahren. Dagegen bekam JP-Morgan-Chef Dimon die Folgen einer milliardenschweren Fehlspekulation einer Londoner Sparte zu spüren. Sein Einkommen sank um 19 Prozent auf 18,7 Millionen Dollar.

Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein verdiente 17,7 Prozent weniger und kam mit 13,3 Millionen Dollar noch auf Platz drei. Bestbezahlter europäischer Top-Banker ist Stuart Gulliver von der HSBC mit 12,9 Millionen Dollar, fast ein Viertel mehr als 2011.

(tno/awp/sda)