Einige der herausragendsten Repräsentanten der Vorjahre sind gar nicht mehr dabei. Oswald Grübel etwa, zweimal Erster und einmal Zweiter in der Liste der 100 (siehe unten), ist nach dem Londoner Milliardendebakel um den Aktienhändler Kweku Adoboli als UBS-Chef ­zurückgetreten.

Josef Ackermann hat seine Pläne, an die Spitze des Aufsichtsrats der Deutschen Bank zu wechseln, nicht verwirklichen können und ist heute Präsident beim Versicherungskonzern Zurich ­Insurance. Neue Nummer eins ist Grübels Nachfolger Sergio Ermotti. Der Tessiner, vorher als Spartenchef für die UBS tätig, führt die Bank seit September 2011 mit ruhiger Hand. Seine Aufgabe ist angesichts schrumpfender Margen allerdings nicht einfacher geworden.

Andere sind im Ranking deutlich getaucht, so etwa auch der Vorjahressieger Patrick Odier, Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung. Sein Konzept der Abgeltungssteuer, für das er im Vorjahr so gelobt wurde, hat die Belastungsprüfung in wichtigen Ländern wie Deutschland nicht bestanden.

Zögerlich sucht der Finanzplatz nach Alternativen und wirkt dabei kopflos. Andere wurden im Rahmen des sich verschärfenden Konsolidierungsprozesses herabgestuft, Sarasin-Chef Joachim Strähle etwa, der unter dem neuen Besitzer der Bank, der brasilianischen Safra-Gruppe, deutlich weniger Freiheit geniesst. Andere Bankenchefs sind herausgefallen, weil es ihre Bank gar nicht mehr gibt: Clariden Leu wird nun ins CS-Mutterhaus integriert.

Zu den Aufsteigern gehört der junge Chef der Bank Julius Bär, Boris ­Collardi. Er ist erstmals unter den ersten drei im Ranking. Mit dem Kauf des internationalen Vermögensverwaltungsgeschäfts der US-Bank Merrill Lynch hat er Mut zum Wachstum gezeigt. Auch wenn der Deal kritisiert wurde und die Integration für ihn zur Herkulesaufgabe werden dürfte, sticht sein Zukunftsvertrauen doch heraus. Die meisten Konkurrenten verharren angesichts der Veränderungen in der Branche wie das Kaninchen vor der Schlange.

An der Struktur der Branche hat sich wenig geändert: Noch immer macht das Private Banking mit 36 von 100 Vertretern den mit Abstand grössten ­Anteil aus. Erfreulich ist die stete Zunahme von Frauen in der Liste. Waren im ersten Ranking 2009 erst drei Frauen vertreten, so sind es jetzt bereits elf.

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Über ein Fünftel der Vertreter sind neu, ähnlich wie in den Vorjahren. Dabei hat es die Safra-Gruppe gleich mit zwei neuen Vertretern in die Liste geschafft, mit dem CEO der Banque Safra Schweiz, Marcelo Szerman, und Familienvertreter Jacob Safra. Die Gruppe ist angetreten, um im Schweizer Banking ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Ihre Bedeutung dürfte weiter steigen.

2009
Platz 1: Oswald Grübel,  CEO UBS, 40 Punkte
Platz 2: Brady Dougan, CEO CS, 39 Punkte
Platz 3:  Josef Ackermann, CEO Deutsche Bank, 38 Punkte

2010
Platz 1: Oswald Grübel, CEO UBS, 39 Punkte
Platz 2: Josef Ackermann, CEO Deutsche Bank, 38 Punkte
Platz 3: Brady Dougan, CEO CS, 35 Punkte

2011
Platz 1: Patrick Odier, Lombard Odier, 34 Punkte
Platz 2: Oswald Grübel, CEO UBS, 33 Punkte; Urs Rohner, ­Präsident Credit Suisse, 33 Punkte

2012
Platz 1: Sergio Ermotti, CEO UBS, 35 Punkte
Platz 2: Urs Rohner, Präsident CS, 34 Punkte
Platz 3: Boris Collardi, CEO Julius Bär, 33 Punkte