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Aussichten
Bankkunden müssen 2017 mit Negativzinsen rechnen

Harald Nedwed: Grosskunden müssen sich auf Negativzinsen gefasst machen.  Keystone

Der Migros-Bank-Chef Harald Nedwed spricht Klartext: 2017 werden viele Banken gezwungen sein, Negativzinsen an ihre Kunden weiterzugeben. Alle Sparer wird die Massnahme allerdings nicht treffen.

Veröffentlicht am 11.12.2016

«2017 wird für die Banken ein sehr herausforderndes Jahr», sagt Harald Nedwed, Chef der Migros-Bank, im Interview mit der «NZZ am Sonntag». «Die Lösung wird sein, die Negativzinsen teilweise an die Kunden weiterzugeben. Das wird bei vielen Banken in absehbarer Zeit passieren.»

Auf die Frage, ob auch die Migros-Bank den Schritt plane, sagt Nedwed: «Noch sind wir nicht so weit. Aber 2017 werden wir ernsthaft über Negativzinsen nachdenken müssen.» Es gehe nicht um Kleinsparer mit einigen 10'000 Franken, sondern um vermögende Kunden mit siebenstelligen Kontoguthaben.

Postfinance tut es, Raiffeisen will nicht

Banken werden seit Anfang 2015 von der Schweizerischen Nationalbank mit Negativzinsen belastet. Bisher ist die Weitergabe von Negativzinsen die Ausnahme. Nach der Alternativen Bank hat vor kurzem auch die Postfinance bekanntgegeben, grosse Kunden mit Negativzinsen zu belasten.

Erst am Samstag erteilte dagegen Raiffeisen-Chef Patrik Gisel Negativzinsen eine Absage. «Bevor wir auch nur daran denken, Negativzinsen für Privatkunden einzuführen, werden wir nach Kompensationsmöglichkeiten suchen», sagte Gisel. «Die Kunden von Raiffeisen würden Negativzinsen nicht verstehen.»

(jfr)

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