Heute Abend geht es los: Mit den Partien Benfica Lissabon gegen Chelsea London und Apoel Nikosia gegen Real Madrid beginnen in den europäischen Club-Wettbewerben die Viertelfinals. Und ein Blick auf die Spielpläne der Champions und Europa League verrät Eindrückliches: Nicht weniger als fünf spanische Mannschaften befinden sich unter den verbliebenen 16 Teams.

Nebst Real haben es Barcelona in die Champions League sowie Athletic Bilbao, Atlético Madrid und der FC Valencia in der Europa League geschafft. «Eine schlaue Mischung aus Schlendrian und Sturheit», bemerkte die deutsche Wirtschaftspresse kürzlich. Und das hat einen Grund: Der spanische Fussball lebt auf Pump.

752 Millionen Euro Steuerschulden

Ingesamt schieben die spanischen Fussballclubs die stolze Summe von 752 Millionen Euro vor sich hin, die sie dem Staat als Steuern schulden. Dies brachte kürzlich eine parlamentarische Anfrage im Europa-Parlament zu Tage.

Grösster Steuerschuldner ist ausgerechnet Atlético Madrid: Der Verein, der am Donnerstag gegen Hannover 96 spielt, schuldet 215 Millionen Euro. Immerhin deren 48 Millionen sind es beim Champions-League-Favoriten Barcelona. «Auch bei der Sozialversicherung soll es Milliardenlöcher geben, die aus Datenschutzgründen nicht beleuchtet werden können», schreibt die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung».

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Immerhin: Real Madrid weist gemäss eigenen Angaben keine Steuerschulden auf. Allerdings stehen bei den «Königlichen» Verbindlichkeiten von 170 Millionen Euro in den Büchern. Wenig besorgniserregend für potenzielle Investoren, hat der Verein doch erst vergangene Woche Pläne für eine milliardenschweres Projekt in den Vereinigten Arabischen Emiraten bekanntgegeben

Verschärfung bis 2014/15

Gefahren drohen für die Steuersündner nicht wirklich: 1995 wurde beispielsweise der von der Liga verordnete Zwangsabstieg des FC Sevilla und von Celta de Vigo nach Fanprotesten rückgängig gemacht - seither weist die Primera División 22 statt 20 Vereine auf. 

Auch in der Politik winkt man ab: «Der Fussball wird seine Schulden begleichen», wird der zuständige Staatssekretär zitiert - Zahlungsfristen seien vereinbart und würden auch erfüllt. Zur Saison 2014/2015 hat sich der Verband schärfere Prüfkriterien auferlegt - bis dahin passiert ohnehin nichts.

(vst/tno)