Bei der britischen Barclays Bank lahmt das Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren auch im neuen Jahr. Die Erträge in der Anleihen-, Kredit- und Rohstoff-Sparte seien im ersten Quartal deutlich zurückgegangen, teilte die Bank vor ihrer Hauptversammlung mit.

Die Herausforderungen seien die gleichen wie im zweiten Halbjahr 2013, das Marktumfeld immer noch schwierig. Auch die meisten US-Investmentbanken hatten im ersten Quartal in dieser Sparte deutliche Einbussen verzeichnet. Das wirft Schatten auch auf die Deutsche Bank, die der weltweit grösste Anleihen-Händler ist und am kommenden Dienstag über das erste Quartal berichtet.

Gelassene Reaktion

Barclays-Investoren nahmen die Warnung aber weitgehend gelassen hin. Die Aktie legte um 1,2 Prozent auf 252 Pence zu. Auch Deutsche-Bank-Papiere lagen mit 0,8 Prozent im Plus bei 32,30 Euro.

Bei Barclays ist der bereinigte Gewinn vor Steuern trotz der Einbussen in der Anleihen-Sparte im ersten Quartal nur leicht gesunken, wie die Bank erklärte. Das Aktien- und das Beratungsgeschäft seien in etwa so gelaufen wie vor einem Jahr. Kostensenkungen hätten das Minus im Investmentbanking zum Teil wettgemacht. Barclays will seine kompletten Quartalszahlen am 6. Mai vorlegen.

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Boni verteidigt

Barclays hat auf ihrer Hauptversammlung die heftig umstrittene Aufstockung von Bonus-Zahlungen als notwendiges Mittel gegen einen Manager-Schwund verteidigt. Der Aufsichtsratsvorsitzende David Walker erklärte erbosten Aktionären am Donnerstag, Barclays verliere wichtiges Personal, weil US-Institute die Bezahlung um mindestens 15 Prozent erhöhten. Barclays stockte zum Entsetzen von Öffentlichkeit und Politikern zuletzt den Boni-Topf um zehn Prozent auf insgesamt 2,4 Milliarden Pfund (rund 2,9 Milliarden Euro) auf, obwohl der Gewinn im vergangenen Jahr um ein Drittel schrumpfte.

Exodus in USA

In den USA hätten im vergangenen Jahr doppelt so viele ranghohe Mitarbeiter gekündigt wie zuvor, erläuterte Walker. Gleichzeitig habe eine deutlich höhere Zahl ein Job-Angebot ausgeschlagen. Kritische Aktionäre verurteilten die Boni-Zahlungen dagegen als rufschädigend. In Grossbritannien sind die üppigen Zulagen der Banken seit der Finanzkrise zu einem aufsehenerregenden Zankapfel geworden. Wirtschaftsminister Vince Cable hatte Barclays erst in dieser Woche dazu aufgefordert, etwas gegen das «gefährliche Vergütungsniveau» zu tun. Andernfalls müssten die Aufsichtsbehörden einschreiten.

(reuters/chb)