1. Home
  2. Barclays plant offenbar Rückzug aus Afrika

Kehrtwende
Barclays plant offenbar Rückzug aus Afrika

Barclays: Wird Staley sich vom Afrika-Business verabschieden? Keystone

Seit fast einem Jahrhundert baut Barclays das Geschäft in Afrika aus, nun plant Chef Jes Staley einem Pressebericht zufolge den Rückzug. 44'000 Mitarbeiter sind von diesem Entscheid betroffen.

Veröffentlicht am 19.01.2016

Die britische Grossbank Barclays bereitet laut einem Pressebericht ihren Rückzug aus grossen Teilen Afrikas vor. Die Entscheidung betreffe die Länder südlich der Sahara und sei Teil der neuen Strategie von Konzernchef Jes Staley, berichtete das «Wall Street Journal» unter Berufung auf mit den Überlegungen vertraute Personen.

Staley wolle die Bank auf eine geringere Zahl profitabler Geschäftsbereiche konzentrieren. Spitzenkräfte der Bank seien zu dem Schluss gekommen, dass die Mehrheitsbeteiligung an einem breiten Afrikageschäft nicht mehr in die Strategie von Barclays passe.

44'000 Stellen betroffen

Dem Bericht zufolge will sich die Bank von einem Teil ihrer 62-Prozent-Beteiligung an der börsennotierten Barclays Africa Group trennen. Das Unternehmen umfasst den Grossteil des Afrika-Geschäfts des Konzerns, beschäftigt rund 44’000 Mitarbeiter und betreibt 1267 Geschäftsstellen.

In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres erzielte die Afrika-Sparte laut der Zeitung einen Vorsteuergewinn von 791 Millionen britischen Pfund und steuerte damit rund 15 Prozent zum Konzernergebnis bei. Allerdings seien die Kosten hoch und die Risiken zuletzt stark gestiegen, hiess es.

Symbolträchtige Kehrtwende

Für Barclays wäre der Rückzug eine symbolträchtige Kehrtwende. Das Geldhaus hat sein Afrika-Geschäft seit fast einem Jahrhundert aufgebaut und gilt dort als eine der führenden westlichen Banken.

Wegen verschärfter staatlicher Vorschriften und dem Druck von Investoren sieht sich Barclays allerdings wie schon andere Grossbanken gezwungen, sein Geschäft stärker zu beschränken. So streichen die Briten ihr Investmentbanking in Asien zusammen und trennen sich von Geschäftsteilen in Europa.

(reuters/ise/ama)

Anzeige