Der milliardenschwere Einstieg des Golfstaats Katar als Unterstützung in Zeiten der Finanzkrise hat für die britische Grossbank Barclays ein Nachspiel. Die heimischen Behörden stossen sich daran, dass das Institut an Katar gezahlte Beratungsgebühren über umgerechnet 384 Millionen Euro nicht öffentlich gemacht hat.

Wie aus einem Verkaufsprospekt für eine Kapitalerhöhung hervorgeht, will die Aufsichtsbehörde FCA deswegen gegen das Geldhaus eine Geldbusse von etwa 60 Millionen Euro verhängen. Die FCA werfe Barclays vor, die Zahlungen nicht angemessen offengelegt zu haben.

Die Behörde bestätigte lediglich das Resultat ihrer einjährigen Ermittlungen, wollte sich aber sonst nicht zu dem Fall äussern. Barclays will das Ergebnis anfechten.

Die Beratungsgebühren basieren auf einer Vereinbarung mit der Staatsholding Katars aus dem Jahr 2008. Wie hoch die Zahlungen waren, hat Barclays bislang nie genannt. Vor fünf Jahren kaufte sich der Golfstaat in das angeschlagene Geldhaus ein, das damit anders als die Konkurrenten Lloyds und Royal Bank of Scotland einen Einstieg der britischen Regierung vermeiden konnte.

Insgesamt pumpte Katar umgerechnet 6,3 Milliarden Euro in Barclays und ist mit 6,3 Prozent immer noch der grösste Anteilseigner. Die Konditionen für die Investoren aus dem Golfstaat stiessen bei Altaktionären auf Kritik. Auch das US-Justizministerium und die US-Börsenaufsicht SEC nehmen nach Angaben des Instituts die Beziehungen zu Katar unter die Lupe.

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(sda/chb)