Die britische Grossbank Barclays dampft ihr Investmentbanking weltweit weiter ein und zieht in Asien komplett die Reissleine. Wie aus einem internen Dokument hervorgeht, plant der neue Bank-Chef Jes Staley im Zuge der Schrumpfkur des Geldinstituts in Asien Stellenstreichungen und den vollständigen Rückzug aus dem klassischen Aktiengeschäft.

Barclays will demzufolge in Ländern wie Australien, Indonesien, Malaysia, den Philippinen, Russland, Südkorea, Taiwan und Thailand die Investmentbanking-Abteilungen komplett schliessen. Barclays informierte einem Insider zufolge die Mitarbeiter in der Region Asien-Pazifik am Donnerstag über die Streichungen.

Hunderte Jobs in Gefahr

Wie viele Jobs von den Kürzungsplänen betroffen sind, blieb zunächst unklar. Insider sprachen von 200 bis 450 Mitarbeitern, die in Asien ihren Arbeitsplatz verlieren könnten. Die Tageszeitung «The Financial Times» hatte zuvor berichtet, dass weltweit weitere 1000 Jobs gefährdet seien. Ein Barclays-Sprecher in Hongkong wollte sich nicht äussern.

Bank-Chef Staley hat bei dem immer wieder von Skandalen erschütterten Institut die Axt angesetzt, um Kosten zu senken und den Gewinn zu steigern. Barclays trennt sich von Geschäftsteilen und hatte bereits angekündigt, 19'000 Stellen zu streichen. Zuletzt wurde darüber spekuliert, dass CEO Staley auch aus dem Afrika-Business aussteigen will.

Bank im Umbruch

Auch europäische Konkurrenten versuchen, den schwierigeren weltweiten Bedingungen für das Bankgeschäft mit Einsparungen entgegenzuwirken. Schuld sind die derzeitigen Turbulenzen an den weltweiten Aktien- und Rohstoffmärkten – und die zunehmende Regulierungsdichte.

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Den internen Plänen zufolge stellt Barclays auch sein weltweites Edelmetall-Geschäft auf den Prüfstand ebenso wie das Aktiengeschäft in Mitteleuropa, dem Nahen Osten und Nordafrika.

(sda/ise/ama)