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Belastung
Barclays wird Altlasten nicht los

Filiale von Barclays in London: Das Geldhaus leidet unter der Vergangenheit. Keystone

Das britische Geldhaus muss für das dritte Quartal einen Gewinneinbruch verkraften. Schuld sind Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten. An der Börse fällt die Barclays-Aktie in Ungnade.

Veröffentlicht am 29.10.2015

Die britische Grossbank wird erneut von Altlasten eingeholt und hat im dritten Quartal deutlich weniger verdient. Nach einer Einigung zu umstrittenen Hypotheken-Papieren in den USA und zur Entschädigung von Kunden nach Unregelmässigkeiten im Vertrieb stellte Barclays jetzt zusätzlich 560 Millionen Pfund (845 Millionen Franken) zurück.

Der Vorsteuergewinn fiel in den Sommermonaten um zehn Prozent auf 1,43 Milliarden Pfund, wie die Bank weiter mitteilte. Damit wurden die Analystenschätzungen klar verfehlt. An der Londoner Börse gaben Barclays-Aktien mehr als drei Prozent nach.

Neuer Chef

Neuer Barclays-Chef wird im Dezember der Hedgefonds-Manager, langjährige JP-Morgan-Banker und am Mittwoch zurückgetretene UBS-Verwaltungsrat Jes Staley. Er will nach den zahlreichen Skandalen der vergangenen Jahre, etwa der Manipulation von Zinssätzen, das Verhältnis von Barclays zu den Aufsichtsbehörden verbessern. Ausserdem muss er das Institut rentabler machen.

Das dürfte aber sehr schwer werden. Denn Barclays wird in den nächsten Jahren auch eine Milliarde Pfund ausgeben müssen, um sein Privatkundengeschäft wie vom Staat verlangt vom riskanteren Investmentbanking abzutrennen. Das ist eine Lehre aus der Finanzkrise. Dadurch dürften nächstes Jahr die Kosten höher als bislang erwartet ausfallen und die Rendite niedriger.

(sda/dbe)

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