Seit 2002 arbeitet Daniel Vasella, CEO und Verwaltungsratspräsident des Basler Pharmakonzerns Novartis, an seinem Denkmal. Für geschätzte 2 Mrd Fr. will er den ehemaligen Basler Hafen St. Johann in einen Campus des Wissens und der Innovationen verwandeln. Dieser soll nicht nur den internationalen Hauptsitz sowie Forschungslabors und Managementbüros beherbergen, sondern auch eine «funktionale und ästhetische Arbeitsumgebung mit idealen Voraussetzungen für Kommunikation, Wissenstausch und Zusammenarbeit» sein. Vasella will damit nicht zuletzt auch den Lifescience-Standort Basel stärken, die Nordwestschweizer Wirtschaft fördern und das betroffene Rheinufer wieder den umliegenden Quartierbewohnern zugänglich machen. Dieser sogenannte «Rückbau» des Hafens St. Johann soll 2008 beginnen.

Bis dahin sollen die wichtigsten Bauetappen des eigentlichen Campus fertig gestellt sein. Vittorio M. Lampugnani, renommierter Architekt und Professor an der ETH Zürich, wurde mit der Bauleitung beauftragt. Er wird den Masterplan des Campus realisieren, der «die einfache und klare Struktur des Areals nachzeichnet, aber gleichzeitig Eleganz nachstrebt». Das Areal umfasst 27000 m2 und soll im Endstadium auch Läden, Cafés und Restaurants beherbergen. Im endgültigen Ausbauzustand dürfte eine Bruttogeschossfläche von über 350000 m2 erreicht werden.

Humer will hoch hinaus

Seit Ende September will sich auch Franz Humer, CEO und Verwaltungsratspräsident des lokalen Konkurrenten Roche, ebenfalls städtebaulich verewigen. Im Gegensatz zu Vasella strebt er aber nicht in die Breite, sondern in die Höhe. Mit dem sogenannten Bau 1 würden Humer und rund 1700 Mitarbeiter eine zentrale Arbeitsstätte erhalten; bis jetzt sind sie in zehn gemieteten Aussenstellen in der Stadt Basel untergebracht. Das Stadt- und Kantonsparlament soll bis Ende Jahr die notwendigen Zonenplanänderungen bewilligen, sodass Roche 2008 die Detailplanung und 2009 den Spatenstich durchführen kann. Der 154 m hohe, gewundene Turm dürfte 2011 in Betrieb genommen werden. Die Kosten für den Turm und das umliegende Areal umfassen rund 550 Mio Fr. Die architektonischen Pläne stammen vom weltweit bekannten Basler Architektenduo Herzog & de Meuron.
Ursprünglich hätte das Roche-Hochhaus gar 160 m hoch werden sollen. So oder so wird das 42 Stockwerke umfassende Gebäude der höchste Schweizer Wolkenkratzer sein. Aktuell ist der Basler Messeturm mit seinen 105 m Höhe das höchste Schweizer Gebäude. Roche will sich mit dem Bau 1 also quasi selbst übertrumpfen, denn den Pharmakonzern belegt im Messeturm der grössten Anteil der dort zu mietenden Büros.

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Anflugschneise behindert Pläne

Doch Novartis-Chef Daniel Vasella gefallen die Pläne von Franz Humer augenscheinlich nicht. Denn jetzt möchte auch er auf seinem Campus noch einige Hochhäuser. Chefplaner Lampugnani kann sich dabei bereits Gebäude mit einer Höhe von 120 m vorstellen. Als Architekten für diese Bauten sind unter anderem Renzo Piano und Jean Nouvel im Gespräch. Um diese zu verwirklichen, warb Vasella sogar bei den Kantonsbehörden von Basel-Stadt dafür, die Anflugschneisen des Basler Flughafens zu ändern. Weil diese bei schlechten Sicht- und Windverhältnissen über das Campusgelände führen, betrug die bisherige Maximalhöhe nur 77 m. Nun beträgt die neue Höhenbegrenzung 120 m.