Die Grossbank Credit Suisse rüstet sich weiter für die neuen Vorschriften zu höheren Kapitalpolstern. Sie kauft bis zu 4 Milliarden Franken nachrangige Anleihen zurück.

Dieses Hybridkapital (Fremdkapital mit Charakteristika von Eigenkapital) entspricht nicht mehr den zukünftigen schärferen Eigenkapitalanforderungen. Darum sollen diese Instrumente zurückgekauft und dann durch andere Formen von Hybridinstrumenten wie etwa bedingte Pflichtwandelanleihen (Coco-Bonds) abgelöst werden.

«Für die Credit Suisse und ihre Investoren bedeutet diese Massnahme einen weiteren wichtigen Schritt beim Übergang ins neue regulatorische Umfeld», wird Finanzchef David Mathers in der Mitteilung zitiert. «Die frühzeitige Erfüllung der künftigen Kapitalanforderungen bleibt für die Credit Suisse eine Priorität.»

Schweizer Grossbanken bereits solide kapitalisiert

Credit Suisse und die Konkurrentin UBS sind im internationalen Branchenvergleich zwar bereits solide kapitalisiert. Damit sie in Zukunft auch bei schweren Markteinbrüchen ohne staatliche Unterstützung über die Runden kommen, müssen die beiden Institute ihre Eigenkapitalquote bis 2019 auf 19 Prozent anheben.

Anzeige

6 Prozentpunkte davon können aus Coco-Bonds oder anderen verlustabsorbierenden Anleihen bestehen. Je nach Ausgestaltung werden die Anleihen in Aktien gewandelt oder abgeschrieben, wenn die Eigenkapitalquote der Bank unter eine gewisse Schwelle sinkt.

In der laufenden Woche führt die Grossbank bei Investoren Präsentationen für neue Hybridanleihen durch. Noch nicht bekannt ist, wie die Anleihen ausgestaltet sind und wie viel Geld die Bank damit aufnehmen will.

Im Februar 2011 hatte die Credit Suisse mit einer bahnbrechenden Transaktion bedingte Pflichtwandelanleihen in Höhe von 2 Milliarden Dollar platziert, hätte aber auch vielfaches davon an den Mann bringen können. In den vergangenen Wochen hatten auch die UBS und die Zürcher Kantonalbank Hybridanleihen ausgegeben.

(aho/sda)