Der Kanton Basel Stadt hat ein Problem: Novartis überlegt sich, mit der Holding Reissaus zu nehmen - in einen anderen Kanton.

Wie die EU im Steuerstreit zu besänftigen ist, darin sind sich die Schweizer Kantone nicht einig. Während Jahren besteuerten sie im Ausland anfallende Gewinne von Schweizer Holdings tiefer als solche, die in der Schweiz eingefahren wurden - ein Modell, das die EU nicht mehr länger toleriert.

Nun preschte Genf mit einer Lösung vor, die den Baslern gar nicht schmeckt. Genf propagiert eine Senkung der Unternehmungssteuern für alle Firmen auf 13 Prozent. Doch forschungsintensive Unternehmen wie Novartis könnten damit bestraft werden, da sie, dank cleveren juristischen Winkelzügen, bisher noch weniger zahlten, als die von Genf vorgeschlagenen 13 Prozent.

Novartis droht vorsorglich

Das Genfer Modell lässt die baselstädtische Finanzdirektorin Eva Herzog um Milliarden von Steuerfranken zittern. Nun schlägt Herzog in einem Bericht des Wirtschaftsmagazins «Eco» von SRF vor, statt dem Genfer Modell die Lizenzabgaben tiefer zu besteuern, was für die EU akzeptabel ist.

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Doch das passt den Genfern nicht, für die Handelsfirmen an der Rhone fallen Lizenzabgaben nicht gross ins Gewicht. Auf jeden Fall zeigt Novartis schon, was passiert, wenn die Kantone keinen Entscheid in ihrem Sinne fällen: Es wird gedroht.

«Ganz einfache Alternativen»

Die Leiterin Steuern der Novartis, Barbara Kessler, meint gegenüber «Eco»: «Wenn Basel das Privileg fallen lässt und keine Alternative anbietet, dann können wir nicht hier bleiben. Das weiss die Steuerverwaltung Basel.» Und weiter: «Wir könnten es unseren Aktionären nicht zumuten, Hunderte von Millionen mehr Steuern zu bezahlen, wenn wir ganz einfache Alternativen haben, allein schon innerhalb der Schweiz.»

(chb/se)