BASF profitiert weiter von höheren Verkaufspreisen in seinem Chemiegeschäft, ächzt aber unter den gestiegenen Rohstoffkosten. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) stieg im dritten Quartal um 16 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Der Umsatz erhöhte sich um neun Prozent auf 15,3 Milliarden Euro, wie der weltgrösste Chemiekonzern am Dienstag mitteilte. Damit geht das deutsche Unternehmen gestärkt in seine beiden milliardenschweren Zukäufe, die es zuletzt binnen eines Monats angekündigt hatte.

Doch gerade im Agrarchemiegeschäft, das BASF durch die fast sechs Milliarden Euro schwere Übernahme von Bayer-Konzernteilen stärkt, schmälerte die Marktschwäche in Brasilien den operativen Gewinn spürbar. «Die Nachfrage hat sich auch im dritten Quartal anhaltend positiv entwickelt», erklärte Konzernchef Kurt Bock. BASF konnte demnach nicht nur die Verkaufspreise erhöhen, sondern brachte seine Produkte auch in einem grösseren Umfang an die Kunden. «Wir erzielten ein solides Mengenwachstum gegenüber dem durchaus starken Vorjahresquartal», so Bock.

Optimistischer Konzernchef

Der Konzernchef zeigte sich auch mit Blick in die Zukunft optimistisch. Der bereinigte Betriebsgewinn werde im zweiten Halbjahr deutlich über dem Niveau des Vorjahreszeitraums liegen. Für das Gesamtjahr 2017 hielt Bock aber an dem Ausblick fest, der im Juli nach einem Gewinnsprung im zweiten Quartal nach oben geschraubt worden war.

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Für den gesamten Wirtschaftszweig prognostiziert BASF für 2017 wie bisher ein Wachstum der weltweiten Chemieproduktion von 3,4 Prozent. Dagegen schraubte der Branchenprimus seine Erwartungen für das Wirtschaftswachstum insgesamt sowie die die Industrieproduktion leicht nach oben. Im Agrarchemiegeschäft belastete BASF neben den Problemen in Brasilien auch Produktionsausfälle in den USA und Puerto Rico, wo Anlagen infolge von Wirbelstürmen zeitweise stillgelegt werden mussten. BASF übernimmt neben den Bayer-Sparten auch die Polyamid-Sparte des belgischen Rivalen Solvay.

(sda/ise/gku)