Der deutsche Chemieriese BASF prüft den Kauf einer Flotte von Flachbodenschiffen, um besser für Niedrigwasser-Perioden am Rhein gerüstet zu sein. Diskutiert werde sogar der Einsatz von Tragflächenbooten oder die Möglichkeit einer Pipeline im Flussbett des Rheins, teilte der Konzern am Dienstag auf Anfrage mit.

BASF musste wegen des seit Juni anhaltenden Niedrigwassers auf dem wichtigen Transportweg schon die Produktion einschränken, weil die herkömmlichen Binnenschiffe nicht mehr vollständig beladen werden können. «Diese Situation stellt BASF vor enorme logistische Herausforderungen.» Nur etwa knapp ein Drittel der Gütermenge könne über Alternativen wie Lastwagen, Bahn oder Pipelines abgedeckt werden. Die Kosten dafür und die Produktionsverluste bezifferte BASF im dritten Quartal auf rund 50 Millionen Euro.

«BASF hat ein Paket geschnürt, um den Standort langfristig widerstandsfähiger gegen solche Niedrigwasserereignisse zu machen», teilte der Konzern mit. Dazu gehören der Ausbau von Lagerkapazität am Standort sowie eine genauere Datenanalyse, um Niedrigwasser besser vorhersagen zu können.

Die wegen des trockenen Sommers schon lange niedrigen Pegelstände am Rhein machen auch anderen Industriekonzernen wie Thyssenkrupp oder ArcelorMittal zu schaffen. Kraftstoffe können ebenfalls nur noch eingeschränkt über den Rhein transportiert werden, was die Preise für Benzin und Heizöl in die Höhe getrieben hat.

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(reuters/mbü/bsh)