Der Chemiekonzern BASF hat vor allem wegen des Verkaufs seiner Erdgashandelsaktivitäten auch unter dem Strich deutlich weniger verdient als ein Jahr zuvor. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn sank im dritten Quartal um 27 Prozent auf 888 Millionen Euro, wie die im Dax notierte Gesellschaft in Ludwigshafen mitteilte.

Neben dem Öl- und Gasgeschäft, das aufgrund des fehlenden Erdgashandelsgeschäfts einen Umsatz- und Gewinneinbruch verzeichnete, entwickelte sich auch das Geschäft mit Basis-Chemikalien vor allem wegen niedriger Verkaufspreise schlechter. Besser lief es für die Ludwigshafener mit chemischen Zusatzstoffen (Performance Products) sowie Lacken, Kunst- und Baustoffen (Functional Materials & Solutions). Auch die Pflanzenschutz-Sparte (Agricultural Solutions) entwickelte sich besser. Die Ziele für das laufende Jahr bestätigte das Unternehmen trotz der jüngsten Explosion im Werk Ludwigshafen.

Früh Eckdaten vorgelegt

BASF hatte bereits vor gut zwei Wochen überraschend Eckdaten für den Zeitraum Juli bis Ende September 2016 vorgelegt. Der Umsatz schrumpfte um ein Fünftel auf 14 Milliarden Euro. Hier machte sich vor allem das fehlende Gashandels- und Gasspeichergeschäft bemerkbar, das BASF im Zuge eines Tausches an den russischen Energieriesen Gazprom abtrat. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) brach um 22 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro ein. Bereinigt um Einmaleffekte ging das operative Ergebnis um 5 Prozent auf gut 1,5 Milliarden Euro zurück.

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Explosion wird Ergebnis belasten

Beim deutschen Chemiekonzern BASF hinterlässt das schwere Explosionsunglück vor zehn Tagen in Ludwigshafen auch Spuren in der Bilanz. Die Firma geht davon aus, dass die Einschränkungen in der Logistik und Versorgung infolge des Brands im Landeshafen Nord das Ergebnis des Geschäftsjahres belasten werden, teilte das Unternehmen mit.

Bei dem Unglück am 17. Oktober starben drei Menschen, 30 Menschen wurden verletzt. Während Arbeiten an einer Rohrleitung war es zu einem Brand und später zu Explosionen von brennbaren Flüssiggasen gekommen.

Das führe aber nicht zu einer Änderung des Ausblicks 2016 bei BASF. Der Umsatz wird wegen der Trennung vom Gashandelsgeschäft, das in einem Milliarden-Tauschgeschäft an die russische Gazprom ging, deutlich zurückgehen.

Derzeit geht die Gruppe bei ihren weltweiten Forschungs- und Entwicklungsstandorten über die Bücher. Am Mittwoch hat BASF bekannt gegeben, in der Region Basel Stellen zu streichen. Bis Ende 2018 will das Unternehmen an den Standorten Basel-Rosental und Schweizerhalle rund 180 Arbeitsplätze vorab im Bereich Forschung und Entwicklung aufheben. Schweizweit beschäftigt BASF 1600 Mitarbeitende.

(awp/sda/chb)