Apple schreibt immer wieder seltsame Geschichten: Kommen sie? Kommen sie nicht? Nein, nicht etwa neue Geräte, sondern die Firma selbst. Mit allem Drum und Dran. Es sind fast schon hysterische Spekulationen – und das schon seit sechs Jahren. 2008 nämlich tauchten erstmals Gerüchte über einen möglichen Apple Store in Basel auf.

Seither wird die Gerüchteküche mit schöner Regelmässigkeit befeuert – bis nun der deutsche «Südkurier» vor einigen Tagen das vorläufige Ende verkündete: «Apple dementiert Store-Eröffnung in Basel», hiess es da. Die Faktenlage ist indes genau so dünn wie jene der «Basellandschaftlichen Zeitung» («bz»), die am 14. Januar dieses Jahres noch mit der Schlagzeile «Eröffnung steht wohl kurz bevor» gejubelt hatte.

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«Wir haben diesen Standort nie bestätigt»

Der «Südkurier» stützt sich bei seinem Dementi einzig und allein auf die Aussage der Apple-Medienstelle: «Wir haben diesen Standort nie bestätigt», wird diese zitiert – eine Wortfülle, die das übliche «kein Kommentar» bereits übertrifft. Bei der «bz» berief man sich auf 13 Stellenausschreibungen, die auf der Schweizer Apple-Homepage für Mitarbeiter in Basel warben. 

Fakt ist: Über diese Stellenausschreibungen berichtete handelszeitung.ch bereits im Mai 2013 – seither hat sich wenig bewegt. Auf der Apple-Webseite ist einzig ein auffälliger Teaser mit dem Text «Neue Möglichkeiten: Basel» hinzugekommen. Wofür, wenn nicht für ein Ladengeschäft vor Ort, soll Apple diese Mitarbeitenden benötigen?

Keine Auskunft von der Vermieterin

Das Gerüst am Haus an der Freien Strasse 47 ist seit Oktober 2013 weg. Laut «Südkurier» gibt sich die Vermieterin, die niederländische Immobilienfirma Prowinko, zugeknüpft: «Wir haben das Gebäude im vergangenen Oktober unserem Kunden übergeben», wird CEO Max Vorst im Bericht zitiert, «wer dieser Mieter ist, kann ich leider nicht verraten.» Wer immer es ist: Der aktuelle Leerstand ist alles andere als günstig.

Ganz Basel tappt im Dunkeln – und spielt das Spiel mit: «Apple würde gut zu dieser Topadresse passen und die Strasse weiter aufwerten», wird Pro-Innerstadt-Geschäftsführer Matthias F. Böhm vom «Südkurier» zitiert. Und auch bei der Wirtschaftsförderung «Basel Area» tönt es nach Rätselraten: Mit Apple habe man jedenfalls nie Kontakt gehabt, heisst es auf Anfrage von handelszeitung.ch.  

Gibt es die Option «Basel ja – aber wo»?

Die Online-Plattform «Macprime» verweist auf «eine mit der Materie eng verbundenen Person», die tatsächlich Informationen über einen Apple-Rückzug habe. Wäre dieser komplett, würde er die Jobsuche des Computerriesen aus Cupertino ad absurdum führen. Eine Erklärung wäre, dass Apple quasi in letzter Minute einen günstigeren Standort gesucht hätte.

Dafür gäbe es gute, wenn auch nicht neue Gründe: Die Vormieterin der Liegenschaft an Basels Einkaufsstrasse, das Schuhgeschäft Botty, zog nach einer Mietzinserhöhung von einer auf 1,6 Millionen Franken Ende 2011 einen Schlussstrich. Danach wurde das Gebäude Ende 2012 abgerissen und neu erstellt.

«Macprime» bringt es auf den Punkt: «Kommt Apple tatsächlich in die Rheinstadt, dann könnte dies bereits im April, gut und gerne aber auch erst im Sommer oder noch später der Fall sein.» Fazit: So genau wollte es wohl gar niemand wissen – die Posse geht weiter.