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Quartalszahlen
Basler Kantonalbank bricht der Gewinn weg

Guy Lachapelle wurde nach dem ASE-Skandal CEO: Auch das Marktumfeld ist unfreundlich zu den Baslern. (Bild: Keystone)

Risikoreduktion, Pensionskasse und Buchverluste - all dies nennt die BKB als Gründe für ein dickes Minus beim Gewinn. Auch unter den tiefen Zinsen und dem eigenen Kurswert leidet die Staatsbank.

Veröffentlicht am 25.07.2013

Die Basler Kantonalbank (BKB) hat im ersten Semester 2013 einen Gewinneinbruch verzeichnet: Der Halbjahresgewinn des Stammhauses sank um 19,9 Prozent auf 35,3 Millionen Franken. Als Gründe nannte die BKB Risikoreduktion, Pensionskasse und Buchverluste.

Ohne einen Liegenschaftsverkauf von 15,5 Millionen Franken wäre der Halbjahresgewinn um diese Summe noch tiefer ausgefallen. Der Bruttogewinn des Stammhauses sank laut Communiqué gegenüber der Vorjahresperiode um 40,3 Prozent auf 77 Millionen Franken. Die Bilanzsumme stieg dennoch um 2,5 Prozent auf 25,58 Milliarden Franken.

Im BKB-Konzern, in dem auch die Bank Coop konsolidiert ist, sank der Bruttogewinn derweil um 24,3 Prozent auf 143,1 Millionen Franken. Die Bilanzsumme stieg um 3,2 Prozent auf 40,39 Milliarden Franken.

Im BKB-Stammhaus schlugen die Schliessung der Deckungslücke der Pensionskasse sowie der Übergang vom Leistungs- zum Beitragsprimat mit 18,4 Millionen Franken negativ zu Buche. Ohne diesen Sondereffekt wäre der Geschäftsaufwand markant gesunken, hiess es.

Wohin mit all dem Geld?

Das Zinsengeschäft als Hauptstandbein litt unter Margendruck und Liquiditätsüberfluss mangels Anlagemöglichkeiten: Dessen Erfolg sank um 10,3 Prozent auf 98,5 Millionen Franken. Als positiven Nebeneffekt erfüllt die BKB aber heute schon die ab 2015 geltenden neuen strengen Liquiditätsvorschriften. Der Eigenmittel-Deckungsgrad wird zudem auf 213,1 Prozent beziffert.

Die neue Weissgeldstrategie hat derweil Depotvermögen verscheucht, was sich in einem Kundengeldabfluss von netto 556 Millionen Franken niederschlug. Unter Druck geriet auch der Ertrag des Kommissions- und Dienstleistungsgeschäftes, das mit 51,6 Millionen Franken 9,7 Prozent weniger abwarf. Unter dem Strich haben - aufgrund der Marktentwicklung - die verwalteten Kundenvermögen um 5,4 Prozent zugenommen.

Ein Loch von 39,1 Millionen Franken schlugen zudem Bewertungskorrekturen auf BKB-Partizipationsscheinen im Eigenbestand. Diese fielen insbesondere wegen des Vertrauensverlustes durch den ASE-Betrugsskandal und den USA-Steuerstreit an. Diese Korrektur ging zulasten von Handelsergebnis und übrigem ordentlichem Aufwand.

Nichts Neues zum Steuerstreit

Der Handelserfolg sank um rund einen Fünftel auf 39,8 Millionen Franken. Unter anderem habe die Euro-Untergrenze der Nationalbank zu weniger Transaktionen von Devisenkunden geführt. Zum Steuerstreit mit den USA gebe es im Übrigen keine Neuigkeiten zu vermelden und auch keine neuen Rückstellungen, teilte die BKB mit.

(jev/aho/sda)

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