Die Basler Kantonalbank (BKB) hat sich mit den Opfern des ASE-Anlagebetrugsfalls auf eine Vergleichslösung geeinigt. BKB-Kunden, die durch die externe Vermögensverwalterin ASE Investment AG geschädigt wurden, wird ein «erheblicher Teil» des verlorenen Geldes ersetzt.

Die BKB erstatte den Kunden zudem die Bankgebühren und Sollzinsen zurück, teilte die Kantonalbank mit. Mit dieser Lösung wolle man dem eigenen Verständnis von «fair banking» nachleben. Von der Einigung sind allerdings nicht alle, sondern nur rund 80 Prozent der von ASE beratenen BKB-Kunden beteiligt.

Gemäss Mitteilung der BKB sollen aber alle Kunden, die «auf vergleichbare Weise durch die ASE geschädigt» wurden, finanziell gleich behandelt werden. Die mit den Anwälten ausgehandelte Vergleichslösung stehe daher sämtlichen ASE-geschädigten Kunden der BKB offen. Für die Bedienung dieses Vergleichs hatte die BKB Anfang Jahr 50 Millionen Franken zurückgestellt.

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Gefälschte Zahlungsaufträge

Die ASE hatte Kunden der BKB mittels mutmasslich gefälschter Zahlungsaufträge geschädigt. In der Private-Banking-Abteilung der BKB in Zürich, wo die ASE die meisten Kundenkonten eröffnet hatte, wurden deshalb drei Mitarbeiter entlassen. Vier weitere Angestellte erhielten schriftliche Verwarnungen. BKB-Chef Hans Rudolf Matter trat wegen der Affäre Ende Oktober 2012 zurück.

Die BKB hatte den Fall im März 2012 selber ins Rollen gebracht mit einer Strafanzeige gegen die im aargauischen Frick ansässige ASE, nachdem ihr faule Kontoauszüge aufgefallen waren. Die BKB ist nicht die einzige in den Fall involvierte Bank; insgesamt werden Verluste von rund 300 Millionen Franken vermutet. Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) hatte die ASE im Mai liquidiert. Ihr Geschäftsführer sitzt seit April 2012 in Untersuchungshaft.

(sda/tke/aho/chb/)