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Basler Kantonalbank: Milliarden fliessen ab

Die BKB liegt gut im Rennen, hat für die Verwicklung in den Fall der ASE Investment noch keine Rückstellungen vorgenommen.

Die Basler Kantonalbank hat im ersten Halbjahr auf Konzernstufe deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Gelder flossen jedoch in Milliardenhöhe ab.

Veröffentlicht am 26.07.2012

Die Basler Kantonalbank (BKB) hat im ersten Halbjahr 2012 auf Konzernstufe deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Der Konzerngewinn stieg um 37 Prozent auf 158,4 Millionen Franken, der Bruttogewinn um 22 Prozent auf 189 Millionen Franken. Im Stammhaus stieg der Halbjahresgewinn um 2,7 Prozent auf 44,1 Millionen Franken.

Weniger Kundengelder

Die BKB muss jedoch einen Abfluss von Kundengeldern hinnehmen. Unter dem Strich zogen die Kunden im ersten Halbjahr 2,7 Milliarden Franken ab. Die verwalteten Vermögen reduzierten sich um 7,9 Prozent auf 27,7 Milliarden Franken. Die BKB macht dafür im wesentlichen institutionelle und öffentlich-rechtliche Kunden verantwortlich, die überschüssige Liquidität abschöpften. «Zu einem kleinen Teil» sei der Rückgang aber auch auf den Ausstieg aus dem Geschäft mit US-amerikanischen Kunden zurückzuführen, der zu einem Vermögensabfluss von etwas mehr als 200 Millionen Franken geführt habe, schrieb die Bank.

IT-Kosten tiefer

Ausschlaggebend für den guten Konzernabschluss sei zum einen die erfreulichen Einzelabschlüsse der beiden Banken (Stammhaus BKB und Bank Coop) und zum anderen diverse Sonderfaktoren, wie das Institut mitteilte. Diese betreffen den Wegfall der Kosten für die IT-Migration auf Avaloq sowie Einnahmen aus Liegenschaftsverkäufen und Beteiligungen.

Der Betriebsertrag des Konzerns stieg auf 351,2 Millionen Franken, nach 325,4 Millionen im Vorjahr. Leicht zugelegt auf 187,9 (VJ 181,4) Millionen hat der Erfolg des Zinsengeschäft. Aus dem Kommissionsgeschäft resultierte ein Erfolg von 90,5 (93,4) Millioen und der Handelserfolg belief sich auf 65,5 (48,5) Millionen. Dank Kosteneinsparungen reduzierte sich der Geschäftsaufwand auf 162,2 (171,6) Millionen.

Vorsichtiger Ausblick

Bezüglich Ausblick gibt sich das Bankhaus vorsichtig. Die anhaltenden wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten an den Finanzmärkten würden eine verlässliche Einschätzung zur Entwicklung des Geschäftsergebnisses für 2012 erschweren, schreibt die Bank. Sofern sich die Wirtschaftslage und die Entwicklung an den Finanzmärkten nicht deutlich verschlechtern würden, rechne man mit einem soliden operativen Ergebnis 2012.

Keine Rückstellungen für Skandalfälle

Zu den Themen US-Steuerstreit und ASE Investment AG heisst es in der Mitteilung: Da sich zum heutigen Zeitpunkt nicht beurteilen lasse, ob finanzielle Leistungen der BKB im Zusammenhang damit anfallen würden, seien im Halbjahresabschluss keine Rückstellungen dafür gebildet worden.

(chb/aho/awp/sda)

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