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Basler KB muss Dividende kürzen

Basler Kantonalbank: Schwieriges Geschäftsjahr.   Keystone

Die Basler Kantonalbank (BKB) blickt auf ein durchwachsenes Jahr zurück: Der Gewinn wurde unter anderem durch die US-Steuerthematik halbiert. Das Geldhaus muss seine Dividende darum schrumpfen.

Veröffentlicht am 20.02.2014

Die Basler Kantonalbank (BKB) hat ein schwieriges Geschäftsjahr 2013 hinter sich. Die Gewinnzahlen wurden durch die US-Steuerthematik, aber auch durch Sonderbelastungen für die Pensionskasse und durch Buchverluste auf den eigenen BKB-PS stark beeinträchtigt. Die PS-Inhaber erhalten eine reduzierte Dividende von 3,10 Franken (im Vorjahr 3,30) pro Titel.

Der Bruttogewinn ging im vergangenen Jahr um rund einen Drittel auf noch 168,4 Millionen Franken zurück, wie dem am Donnerstag präsentierten Jahresabschluss zu entnehmen ist. Der Jahresgewinn der Kantonalbank lag mit 70,1 Millionen CHF um 13 Prozent unter dem Vorjahr. Dabei belasteten der Beitrag zur Sanierung der Pensionskasse mit 17,5 Millionen, die Wertverluste auf den BKB-PS schlugen mit 46,3 Millionen zu Buche.

Konzerngewinn halbiert

Im BKB-Konzern, der neben dem Stammhaus BKB im wesentlichen auch die Bank Coop umfasst, wurde der Gewinn stark durch die im Dezember bekanntgegebene Rückstellung von 109 Millionen Franken im Zusammenhang mit der laufenden Untersuchung des US-Justizdepartementes wegen unversteuerter Kundengelder beeinflusst. Der Konzerngewinn halbierte sich auf 120,5 Millionen.

Die BKB gehört zu dem guten Dutzend sogenannter «Kategorie-1»-Banken, die nicht unter den Anwendungsbereich des US-Programms fallen und eine individuelle Lösung direkt mit den US-Behörden aushandeln müssen.

Im operativen Geschäft musste das Stammhaus der BKB einen Rückgang des Betriebsertrags um 18 Prozent auf 446,2 Millionen Franken hinnehmen. Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft verringerte sich wegen des Margendrucks und einer hohen Liquiditätsreserve um 9,1 Prozent auf 194,3 Millionen, wobei die Hypothekarforderungen weiterhin nur langsam anstiegen.

Weissgeldstrategie wirkt sich aus

Aber auch im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft ging der Erfolg mit -11 Prozent auf 100,7 Millionen Franken deutlich zurück. Hier habe sich die Weissgeldstrategie ausgewirkt, die zu einem Netto-Neugeldabfluss von Vermögen führte, so die BKB. Im Handelsgeschäft resultierte ein Erfolg von 63,5 Millionen (-36 Prozent), wobei ausserordentliche Gewinne des Vorjahres aus dem Teilverkauf von Obligationenbestände nicht mehr anfielen.

Der Geschäftsaufwand erhöhte sich gleichzeitig um 4,0 Prozent auf 197,4 Millionen Franken, was auf einen höheren Personalaufwand wegen der Sanierung der Pensionskasse zurückzuführen war. Ohne den Einmaleffekt wären die Personalkosten um fast 10 Prozent gesunken, schreibt die BKB. Die Cost-Income Ratio I präsentiert sich mit 54,0 Prozent nach 42,5 Prozent im Jahr davor denn auch deutlich verschlechtert.

Die Bilanzsumme der Kantonalbank nahm mit +0,4 Prozent auf 25,1 Milliarden Franken leicht zu. Die Kundenausleihungen zeigten dabei ein minimes Wachstum von 16 Millionen auf 13,0 Milliarden. Bei den Hypothekarforderungen zeigt sich die BKB weiterhin zurückhaltend: Diese nahmen um 2,2 Prozent zu.

Kundenvermögen von 28,3 Milliarden Franken

Die Kundenvermögen betrugen per Ende Jahr noch 28,3 Milliarden Franken (Vorjahr 29,1 Milliarden). Dabei kam es zu Netto-Neugeldabflüssen von 2,3 Milliarden, welche vor allem mit der Umsetzung der Weissgeldstrategie zusammenhingen. Die BKB rechnet auch im laufenden und im nächsten Jahr noch mit Abflüssen, da der Bereinigungsprozess bis Ende 2015 dauern soll.

Für das laufende Geschäftsjahr 2014 erwartet die BKB wieder ein «besseres Ergebnis als im Vorjahr». CEO Guy Lachappelle zeigt sich überzeugt, mit der Umsetzung der neuen Konzernstrategie die «erfolgreiche und nachhaltige Entwicklung der BKB» sicherstellen zu können. Mittelfristig bis Ende 2015 werde die Bank die Reputation und die Erträge verbessern können.

(awp/me)

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