Der Dauerstreit zwischen Bâloise und der deutschen Konkurrentin Signal Iduna geht in die nächste Runde. Die beiden Bâloise-Töchter Deutscher Ring Sach und Leben haben einen konkreten Vorschlag zur Trennung von Deutscher Ring Kranken vorgelegt. Signal Iduna - in Deutschland Bâloise-Konkurrentin und Besitzerin der DR Kranken - lehnt diesen jedoch strikt ab. «Dieser Entflechtungsplan ist inakzeptabel», sagt Signal-Iduna-CEO Reinhold Schulte der «Handelszeitung». Dabei macht er auf die jahrzehntelange Vernetzung der drei Deutscher Ring-Gesellschaften DR Leben, DR Sach und DR Kranken aufmerksam. «Diese Verbindung kann nicht aus heiterem Himmel auseinandergerissen werden», sagt er.

DR Kranken schloss sich im April 2009 wegen Unstimmigkei-ten im Management an Signal Iduna an. «Besonders sauer» stosse ihm der Vorschlag für den Vertrieb auf - den will Bâloise für sich alleine. Der DR Kranken soll jedoch das Recht eingeräumt werden, über die Deutscher-Ring-Stammorganisation exklusiv zu vertreiben. «Damit verlieren wir jeglichen Einfluss auf den Vertrieb», klagt Schulte.

Bâloise: «Interessen wahren»

Bâloise kontert, dass nur so dem Kunden weiterhin die vollumfängliche Produktepalette angeboten werden kann. «Wir wollen die Produktionskraft der Stammorganisation als Ganzes erhalten unter voller Wahrung der Interessen aller drei Gesellschaften», sagt Bâloise-Sprecher Philipp Senn. «Damit gewinnen Bâloise und Signal Iduna.» Rund zwei Drittel der DR-Kranken-Produkte werden in Deutschland über Agenturen vertrieben. Neben der Frage nach dem Vertrieb sorgt auch die vom Basler Versicherungskonzern vorgeschlagene Kostenteilung für Nasenrümpfen in Deutschland. «Der Verursacher soll zahlen», schimpft Schulte. Zudem hält er die von Bâloise geschätzen Kosten für unrealistisch. «Wir gehen von Aufwendungen in der Höhe von 80 Mio Euro aus», sagt Schulte. Bâloise hingegen rechnet mit wesentlich tieferen Kosten, rund 30 Mio Euro. «Darin enthalten sind die Kosten für die Trennung von DR Kranken sowie die engere Vernetzung von DR Leben und DR Sach mit der Basler Versicherung», sagt Senn.

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Signal Iduna: «Nichts Neues»

«Grundsätzlich ist der Plan von Bâloise nichts Neues», sagt Schulte. Er verstehe, dass Bâloise Wachstumsziele verfolge. «Ich nehme auf, was Bâloise vorschlägt. Aber man kann mit dem Kopf nicht durch die Wand gehen», sagt er. Wichtig sei jetzt, dass sich die Parteien nun wieder an den Verhandlungstisch setzten. «Die Letzte Unterredung fand im Herbst 2009 statt. Seither herrsche Funkstille.

Dass es zu einer Unterbrechung der Verhandlungen kam, habe sich Signal Iduna selber zuzuschreiben, heisst es bei Bâloise. «Signal Iduna hat die Verhandlungen im September abgebrochen», sagt Senn. Zudem hätten die Deutschen nach der von Bâloise im März 2009 kommunizierten Deutschland-Strategie und dem jetzt vorgelegten Entflechtungsplan nichts Vergleichbares getan. «Lösungen wurden mit Blockaden verzögert», sagt Senn. Umso mehr begrüsse Bâloise den Wunsch, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Dabei hält sie aber an ihren Zielen fest. «Wir sind und wir bleiben Eigentümer der DR Sach und Leben. Wir wollen in Deutschland wachsen», sagt Senn.

Insider behaupten, dass Schulte mit der Verzögerung auch noch die DR Leben und Sach einverleiben wollte.

Lange Zeit hatten die beiden Parteien in dieser Sache Stillschweigen vereinbart. Dennoch gelang es den Firmen nicht, die Angelegenheit im Stillen zu klären. Vor allem Bâloise geriet in den deutschen Medien unter Beschuss. In der Zwischenzeit wurde das Stillschweigen in der Causa Deutscher Ring aufgehoben.