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Bauern proben Aufstand gegen Migros-Chef Bolliger

Migros-Chef Bolliger: Kritik an Schweizer Bauern geübt.   Keystone

Migros-Chef Bolliger hatte den Schweizer Bauern in einem Interview «Protektionismus» vorgeworfen. Der Bauernverband holt jetzt zum Gegenschlag aus.

Karen Merkel
Von Karen Merkel
am 18.12.2014

Die Bauern schlagen zurück: Sie wehren sich verbal gegen die Vorwürfe von Migros-Chef Herbert Bolliger.

«Überrascht» seien sie von der Kritiker Bolligers gewesen, schreibt der Schweizer Bauernverband in einem offenen Brief an den Konzernchef. Ihre Massnahmen seien «absolut berechtigt», heisst es dort.

Vorwurf des Protektionismus

Bollinger hatte den Bauern in einem Interview mit der «Schweiz am Sonntag» «Protektionismus» vorgeworfen. «Am Schluss schrumpft die Produktion in der Schweiz, weil die Konsumenten ins Ausland flüchten», schimpfte der Migros-Chef dort.

Genau das Gegenteil wollen die Bauern erreichen, so sagen sie in ihrem Schreiben: Sie wollen die inländische Produktion schützen. Bei einem Selbstversorgergrad von 60 Prozent von «Protektionismus und Abschottung zu sprechen», dass erscheine «gänzlich deplatziert».

Seitenhieb auf den Detailhandel

Die von Bolliger angeführten hohen Fleischpreise seien dabei ein schlechtes Beispiel: «Die Fleischpreise wären in der Schweiz in verschiedenen Bereichen für Konsumenten sogar dann teurer, wenn die Bauern die Tiere gratis abgeben würden», so die Argumentation des Bauernverbands.

Der Brief endet mit einem Seitenhieb auf den Detailhandel: Die teuren Preise seien nicht nur den Herstellern, sondern auch den nachgelagerten Produktionsstufen zu verdanken – ergo auch der Migros.
 

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