Während die Projekte von Implenia in Russland ins Stocken geraten sind, scheint der Konzern im wichtigen Heimmarkt Schweiz keine Abkühlung der Baukonjunktur wegen der Finanzkrise zu spüren. «Unser Auftragsbestand ist weiterhin sehr gut, es ist bisher auch noch zu keiner Annullierung oder Sistierung von Bauprojekten gekommen», erklärt Implenia-Chef Christian Bubb. Ein Rückgang der Submissionen wird ebenfalls nicht ausgemacht. Für das Geschäftsjahr 2008 ist Implenia folglich zuversichtlich. «Die an der Bilanzpressekonferenz im September gemachten Aussagen haben nach wie vor Gültigkeit», bestätigt Bubb. Damals hat der Bauriese einen Gesamtumsatz auf Vorjahresniveau sowie ein gutes Konzernergebnis für das Gesamtjahr 2008 prognostiziert.

Wie es nächstes Jahr operativ mit der Gesellschaft weitergeht, wird nicht mehr in der Verantwortung von Bubb liegen, der Ende Januar 2009 sein Amt an seinen Nachfolger Werner Karlen übergibt. Zusammen mit CFO Beat Fellmann, der den Posten am 1. Oktober 2008 angetreten hat, bildet dieser das neue Topmanagement von Implenia. Welche Funktionen Christian Bubb übernehmen wird, will der langjährige Implenia-Chef derzeit nicht preisgeben. «Darüber können wir im Frühling wieder sprechen.»

Neue Chefs stützen Strategie

Schon heute scheint zumindest sicher, dass es auch nach dem Wechsel an der Managementspitze der Gesellschaft zu keiner Abkehr von der auf Selbstständigkeit beruhenden Strategie von Implenia kommen wird. Ein Verkauf an einen ausländischen Konzern steht nicht zur Diskussion. «Sowohl CEO Karlen wie auch CFO Fellmann stehen voll und ganz hinter der auf Unabhängigkeit basierenden Unternehmensstrategie von Implenia», erklärt Verwaltungsratspräsident Anton Affentranger.

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Keine Hoffnungen auf einen Meinungsumschwung durch den Generationenwechsel beim Schweizer Baukonzern macht sich auch Kaufinteressent Strabag. «Da Affentranger weiterhin Verwaltungsratspräsident ist, wird sich wohl an der ablehnenden Haltung nichts ändern», sagt Christian Ebner, Sprecher des österreichischen Baumultis.

Wie Implenia scheint auch Strabag von einer Abkühlung der Baukonjunktur aufgrund der Finanzkrise verschont zu bleiben. «Gerade jetzt wird die Konsolidierung der Bauindustrie weiter voranschreiten und Strabag als kapitalstarkes Unternehmen davon profitieren», ist Ebner überzeugt.