Das laufende Jahr entpuppt sich für die Baubranche erneut als Renner. Die sehr dynamische Bauentwicklung im 1. Quartal hat ihre Ursache vor allem in der milden Witterung.
Diese veranlasste im Frühjahr zum Vorziehen einer Vielzahl von baureifen Projekten.

Viel Dynamik zu Jahresbeginn Nach der Beurteilung von bauenschweiz, der Dachorganisation der rund 60 bauwirtschaftlichen Verbände, ist die Auftragslage nach wie vor gut. Dementsprechend weist auch der Schweizerische Baumeisterverband ein vergleichsweise hohes Niveau des Arbeitsvorrats aus. Für die reale Bruttowertschöpfung erwartet BAK Basel Economics nunmehr ein gegenüber dem Vorjahr beschleunigtes Wachstum von 1,6% (2006: +0,5%), nachdem sie im April für 2007 noch verhaltene 0,3% prognostiziert hatte.
Die positive wirtschaftliche Grundstimmung färbt auch auf die Branchen Ausbau und Gebäudehülle ab. Der Aufwärtstrend des letzten Jahres hält nach wie vor an, wie die KOF-Auswertungen für das 1. Quartal 2007 ergeben. Verschiedentlich wurde schon im letzten Jahr auf eine mögliche Konsolidierung im Bereich Neubauten hingewiesen. Diese scheint sich nun nach den Feststellungen des Gebäudetechnik-Verbands Suissetec tatsächlich auch in einzelnen Branchen abzuzeichnen.

Wohnbau weiterhin als Stütze

Das Wachstum bei den Bauausgaben hat sich verlangsamt und weist für 2006 noch eine Steigerung um 1,2% auf 50,3 Mrd Fr. aus. Wird die auf etwas mehr als 3% geschätzte Bauteuerung eingerechnet, reduzierten sich die als Bauausgaben deklarierten Bauinvestitionen plus öffentliche Unterhaltsarbeiten real um 1,9%. Doch deuten die für 2007 gemeldeten anstehenden Bauprojekte gemäss Angaben des Bundesamts für Statistik wieder auf eine stärkere Zunahme hin.
Da rund zwei Drittel aller Hochbauinvestitionen auf den Wohnbau entfallen, kommt diesem Segment eine entscheidende Bedeutung für die Befindlichkeit der Bauwirtschaft zu. Entgegen ersten Prognosen zu Beginn des Jahres, welche auf eine Abschwächungstendenz verwiesen, scheint der Wohnungsbau nochmals neue Kraft geschöpft zu haben. Im Jahresverlauf ist für den Wohnbauboom, der 2006 rund 42000 neue Wohnungen und Einfamilienhäuser brachte, vorerst kein Ende abzusehen. Dies umso mehr, als sich nach Angaben des Bundesamts für Statistik noch über 59000 Einheiten im Bau befinden und
die Wohnbaubewilligungen im 1. Quartal 2007 gegenüber dem Vorjahr um 6% gestiegen sind.
Damit vermag der Wohnungsbau die Baukonjunktur auch in den kommenden Monaten zu stützen. Eine verstärkte Korrektur des Wohnbaubooms wird von BAK Basel Economics erst für das Jahr 2008 erwartet. Dies wird bestätigt durch die kürzlich bekannt gegebene rückläufige Zahl von Baugesuchen und Baubewilligungen im 1. Halbjahr 2007.

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Verbesserte Erträge angestrebt

Trotz anhaltend hoher Umsätze im Bauhauptgewerbe deckt sich die Ertragssituation nicht mit der Beschäftigungslage. Auch wenn die Baupreise im Halbjahr Oktober 2006 bis April 2007 um 1,8% und in der ganzen Jahresperiode April 2006 bis April 2007 um 4,3% gestiegen sind, wird im Baugewerbe eine fehlende Liquidität beklagt. Nach den Feststellungen von Baumeister-Präsident Werner Messmer steigen die Produktionskosten stärker als die Preise. Das heisst, auf einem Markt mit zu vielen Anbietern schrumpfen die Margen.

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Curt M. Mayer, Medienbeauftragter bauenschweiz, Zürich.