Die Geschäfte des Bauzulieferers Arbonia Forster (AFG) haben sich auch im 4. Quartal 2007 positiv entwickelt. AFG publiziert zwar keine Quartalszahlen, doch VR-Präsident und CEO Edgar Oehler bestätigt im Gespräch mit der «Handelszeitung» die Ziele für 2007. Auch für das angelaufene Jahr gibt sich Oehler optimistisch (siehe «Nachgefragt»).

Eine zentrale Aufgabe 2008 ist laut Oehler, die Abhängigkeit von den beiden Hauptabsatzmärkten Schweiz und Deutschland weiter zu reduzieren. AFG erzielte 2006 43% des Konzernumsatzes in der Schweiz und 35% in Deutschland. Auf die jeweiligen Sparten bezogen, liefern vor allem die Division Heiztechnik/Sanitär, Miele Küchen und der Bereich Bauprofile Produkte nach Deutschland. Forster und Piatti Küchen sowie die Division Fenster/Türen sind dagegen vorwiegend auf dem Schweizer Markt aktiv.

2008 will Oehler die regionale Diversifikation vorantreiben – mittelfristiges Ziel ist, den Umsatzanteil von Deutschland und der Schweiz im Verhältnis zu allen übrigen Märkten auf 50% zu reduzieren. «Wir nähern uns diesem Verhältnis zielstrebig», sagt Oehler. Je nach Division halte AFG nach weiteren Akquisitionen Ausschau. Unter anderem sei geplant, das Geschäft mit Heizungsradiatoren in Osteuropa und Russland deutlich auszubauen.

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«Schlagzahl erhöhen»

Überhaupt werde Osteuropa eine grosse Rolle für AFG spielen. Oehler, dessen Unternehmen gut zwei Drittel des Umsatzes im Renovations- und Erneuerungsmarkt erwirtschaftet, sieht in dieser Region ein riesiges Potenzial. «Wir werden die Schlagzahl jetzt erhöhen», lässt der Unternehmer verlauten. In Osteuropa beschäftige AFG bereits über 1000 Angestellte. Es sei daher nur logisch, dass das Unternehmen im Rahmen seiner Expansion weiter in diese Region investiere.

Für die Heimmärkte Schweiz und Deutschland, in denen AFG 2006 rund 970 Mio Fr. Umsatz erwirtschaftete, ist Oehler zuversichtlich. Zwar sei es schwierig, Detailprognosen abzugeben, doch «unsere Facts und Figures deuten auf eine überwiegend positive Entwicklung hin», betont der AFG-Chef.

Die Investoren teilen die Einschätzung Oehlers (noch) nicht. Binnen sechs Monaten verlor der Konzern mit Sitz in Arbon 50% des Börsenwerts. Für Oehler kommt dies einer Katastrophe gleich. «AFG hat im vergangenen halben Jahr keine einzige negative Nachricht verlauten lassen. Wir stehen in Sippenhaft», ärgert er sich. Der Unternehmer spielt damit auf die Verunsicherung an, die Bauausrüster wie die finnische Uponor und Zehnder aus der Schweiz mit ihren Gewinnwarnungen ausgelöst hatten.

 

NACHGEFRAGT
«Zukauf verwässert die Marge nicht»

Edgar Oehler, CEO sowie VR-Präsident und -Delegierter der Arbonia Forster Gruppe (AFG), hält an seinen Finanzzielen fest.

Die Aussichten für den Bausektor sind unsicher. Trotzdem soll AFG 2008 5 bis 10% organisch wachsen und eine Ebit-Marge von 8% erzielen. Bleiben Sie dabei?

Edgar Oehler: Die Prognosen für 2008 geben wir am 18. März an der Bilanzmedienkonferenz bekannt. Dann werden die Einflüsse der Finanzmärkte auf die Konjunktur und den Bausektor besser abschätzbar sein.

AFG hat kürzlich Slovaktual, den slowakischen Marktführer im Fensterbau, akquiriert. Wie profitabel ist die Firma?

Oehler: Die Ebit-Marge von Slovaktual liegt im Bereich von 10%. Obwohl die Ebit-Marge der Division Fenster und Türen für 2007 in Folge der Saisonalität höher als 5,2% sein wird, hat der Zukauf die Marge nicht verwässert – im Gegenteil.

2007 soll AFG einen Umsatz von 1,4 Mrd Fr. und ein operatives Ergebnis über Vorjahr generieren. Erreichen Sie die Ziele trotz schwacher Märkte im 4. Quartal?

Oehler: Die Details kommunizieren wir später, aber ich erinnere daran, dass AFG noch nie eine veröffentlichte Prognose verfehlt hat.

Welchen Einfluss haben Währungssituation und Rohwarenpreise auf das Ergebnis 2007?

Oehler: Keinen wesentlichen.