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Bayer prüft Trennung von Kunststoffgeschäft

Bayer: Probleme mit Kunststoff.   Keystone

Pharmakonzern Bayer denkt über den Verkauf seines Kunststoffgeschäfts nach. Es ist das Sorgenkind der Firma. Das Fazit für das erste Quartal fällt dagegen gut aus, der Gewinn ist überraschend hoch.

Veröffentlicht am 28.04.2014

Der Bayer-Konzern könnte einer Agenturmeldung zufolge sein Kunststoffgeschäft verkaufen, um sich künftig noch stärker auf Medikamente zu konzentrieren. Der grösste deutsche Pharmakonzern erwäge sich von seiner Sparte MaterialScience zu trennen, nachdem Evonik Chemicals vor einigen Monaten sein Interesse daran bekundet habe, berichtete Bloomberg unter Berufung auf eingeweihte Personen. Es sei aber noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden. Bei Bayer war zu diesem Thema niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Das Kunststoffgeschäft MaterialScience ist seit einiger Zeit das Sorgenkind des Konzerns. Bayer hatte zuletzt damit zu kämpfen, dass in der Branche weltweit viele neue Produktionsanlagen gebaut wurden und daraufhin die Preise sanken. Konzernchef Marijn Dekkers legte deshalb im vergangenen Jahr ein Sparprogramm auf, dem auch 700 Stellen zum Opfer fallen.

Erwartungen der Analysten übertroffen

Die Quartalsbilanz gibt allerdings Anlass zum Optimismus:  Neue Arzneien und ein guter Saisonstart im Agrarchemiegeschäft haben Bayer zu einem Gewinnschub verholfen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen sei um 11,6 Prozent auf 2,74 Milliarden Euro  gestiegen, teilte der Leverkusener Konzern mit. Damit schnitt Bayer deutlich besser als von Analysten erwartet. Diese hatten im Schnitt mit einem bereinigten Ebitda von 2,59 Milliarden Euro gerechnet. Das Pharma- und Chemieunternehmen setzte von Januar bis März 10,56 Milliarden Euro um – ein Plus von 2,8 Prozent. Der Konzerngewinn schnellte um 22,7 Prozent auf 1,42 Milliarden Euro in die Höhe.

Konzernchef Marijn Dekkers bekräftigte die Konzernziele für dieses Jahr. Der bereinigte operative Gewinn soll 2014 um eine untere bis mittlere einstellige Prozentzahl zulegen – voraussichtliche Belastungen durch den starken Euro von 450 Millionen Euro eingerechnet. Den Umsatz wollen die Leverkusener – Währungseinflüsse sowie Zu- und Verkäufe herausgerechnet – um rund fünf Prozent erhöhen. Negative Währungseffekte eingerechnet werden Erlöse von 41 bis 42 Milliarden Euro erwartet.

(reuters/chb/me)

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