Bayer prüft einem Zeitungsbericht zufolge die Gründung eines neuen Teilkonzerns. Firmenchef Marijn Dekkers arbeite an einer neuen Drei-Säulen-Strategie, deren Grundzüge er im September präsentieren wolle, berichtete das Handelsblatt unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Nach der Abspaltung der Kunststoffsparte Materialscience könne das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten (OTC) als neuer dritter Teilkonzern neben Pharma und dem Agrarchemiegeschäft Cropscience operieren. Das Geschäft, das Bayer 2014 durch die Übernahme der OTC-Sparte des US-Pharmakonzerns Merck für gut zehn Milliarden Euro deutlich ausgebaut hatte, könnte dabei aus der bisherigen HealthCare-Sparte ausgegliedert werden. Der Konzern erwäge zudem einen Vorstandsumbau, wonach die Chefs der Teilkonzerne auch in den Holdingvorstand einziehen würden. Ein Bayer-Sprecher wollte sich dazu nicht äussern.

Kunststoffsparte vor Börsengang?

Dekkers hatte bereits im Mai auf der Hauptversammlung angekündigt, dass derzeit die Konzernstruktur überprüft und Vorschläge für eine Neuorganisation erarbeitet würden. Parallel zur Trennung der Kunststoffsparte, die der Vorstand im vergangenen September angekündigt hatte, will Bayer seine vollständige Ausrichtung auf das Gesundheitsgeschäft und die Agrarchemie vorantreiben.

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Die Kunststoffsparte firmiert ab Dienstag unter ihrem neuen Namen Covestro. Die wirtschaftliche und rechtliche Trennung wird dann abgeschlossen sein. Insidern zufolge will Bayer die Sparte bis zum Herbst börsenreif haben. Der Schritt aufs Parkett könnte dann einen Monat später, also Anfang Oktober, erfolgen.

(reuters/dbe/gku)