Bayern hat dem schwer angeschlagenen Fernseherbauer Loewe Finanzhilfen in Aussicht gestellt. «Die Bayerische Staatsregierung ist bereit, ein zukunftsfähiges Konzept mit einem neuen Investor über eine Staatsbürgschaft zu unterstützen», teilte der Freistaat nach Gesprächen mit dem Management mit. Die Bewältigung von Altlasten sei allerdings allein Sache der Kronacher.

Loewe hat im Juli Gläubigerschutz beantragt und sucht in seinem Überlebenskampf händeringend nach einem Geldgeber. Kürzlich präsentierten die Frankenwälder die chinesische Hisense als neuen Partner. Geld wollen die Asiaten aber nicht lockermachen. Sollte sich bis Mitte Oktober kein Investor gefunden haben, ist das Traditionsunternehmen ruiniert.

Gemeinsame Lösung mit der Politik finden

Ein Firmensprecher begrüsste das Signal der Politik. Gemeinsam mit Regierung und Banken werde Loewe eine Lösung für seine Existenzprobleme finden. Das Unternehmen sei zuversichtlich, die Finanzierung bis zum Einstieg eines Investors zu stemmen.

Für die strukturschwache Region im Nordosten Frankens wäre ein Loewe-Kollaps ein harter Schlag. Loewe beschäftigt dort noch knapp 800 Mitarbeiter und ist einer der wenigen grossen Arbeitgeber in der Gegend.

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Regionen klaffen auseinander

Das Verschwinden der Textil- und Porzellanindustrie hat Oberfranken seit der Wende bereits schwer zugesetzt. Während der Grossraum München ungebrochen boomt, sind die Landstriche zwischen Coburg, Hof und Wunsiedel von Abwanderung und Überalterung geplagt.

Wenige Wochen vor den Land- und Bundestagswahlen gibt sich Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer fürsorglich. «In Bayern wird keine Region im Stich gelassen», erklärte er.

(vst/aho/reuters)