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Luftfahrt
Bazl ordnet Verhältnisse bei Etihad Regional

Maschine von Etihad Airways: So heisst die Darwin Airline seit der Übernahme.   Keystone

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) will entscheiden, unter welchen Bedingungen sich die arabische Etihad an Darwin Airline beteiligen kann. Zugleich will Deutschland Flugrechte entziehen.

Veröffentlicht am 30.09.2014

Ende Oktober sollte klar sein, unter welchen Bedingungen die arabische Etihad Airways sich an der Tessiner Regional-Fluggesellschaft Darwin Airline beteiligen kann. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) hat die geforderten Angaben über die Besitzverhältnisse bei Darwin erhalten.

«Wir anerkennen, dass die Darwin Airline grosse Arbeit geleistet und einige Probleme gelöst hat», sagte Bazl-Sprecher Urs Holderegger auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die Unterlagen seien letzte Woche eingetroffen. Ein Entscheid solle bis Ende Oktober vorliegen.

Widerspruch zum EU-Recht

Das Bazl hat Darwin im Juni angewiesen, die Besitzverhältnisse bis Ende September zu ordnen. Auslöser für diese behördliche Anordnung war die Absicht von Etihad Airways sich an Darwin mit 33,3 Prozent zu beteiligen. Nach einer ersten Prüfung kam das Bazl jedoch zum Schluss, dass die beabsichtigten Zusammenarbeitsmechanismen zu einer Kontrolle der Etihad Airways über Darwin führen könnten.

Dies wäre mit den gesetzlichen Bestimmungen nicht vereinbar, meint das Bazl. Nach geltendem EU-Recht, das die Schweiz übernommen hat, müssen europäische und damit auch schweizerische Fluggesellschaften zu mehr als 50 Prozent in europäischer Hand sein.

66,7 Prozent in Schweizer Hand

 

Darwin zeigt sich überzeugt, mit den jetzt beim Bazl eingereichten Unterlagen nachweisen zu können, dass die geplante Zusammenarbeit die gesetzlichen Bestimmungen vollständig erfüllt, sagte Darwin-Sprecherin Anna Fosso auf Anfrage. Details gebe das Unternehmen nicht bekannt; Ausser, dass sich an der Höhe der beabsichtigten Beteiligung von Etihad nichts geändert habe.

Die arabische Fluggesellschaft Etihad hat Ende August bekannt gegeben, dass sie die geplanten Verträge mit Darwin ändere. Es gehe der Airline nicht um die Kontrolle von Darwin, sondern um den Schutz ihrer Investition, schrieb die Fluggesellschaft damals in einer Mitteilung. Sie verwies zudem darauf, dass 66,7 Prozent an Darwin von Schweizer Investoren gehalten werden.

Etihad stösst auf Widerstand

Derzeit verfügt Etihad noch über keine Anteile. Die Darwin Airline ist allerdings bereits unter der Bezeichnung Etihad Regional im Geschäft. Die arabische Fluggesellschaft stösst bei ihrer Expansion in Europa nicht nur in der Schweiz auf Widerstand. In Deutschland wolle die zuständige Behörde Etihad wichtige Code-Share-Rechte entziehen, berichtet das «Handelsblatt». Die Flugrechte seien entgegen bestehender Luftverkehrsabkommen genehmigt worden.

Dabei gehe es um rund 30 Verbindungen und damit rund die Hälfte der Kooperationsflüge unter gemeinsamer Flugnummer. Diese würden zwar von Air Berlin ausgeführt. Air Berlin-Grossaktionär Etihad biete jedoch diesen Flug gleichzeitig mit einer eigenen Flugnummer an, was bestehende Luftverkehrsabkommen verletze.

(sda/reuters/dbe/me)

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