Die Banque Cantonale Vaudoise muss für das vergangene Geschäftsjahr 2013 einen Gewinnrückgang hinnehmen. Der Bruttogewinn sank um 3 Prozent auf 471 Millionen Franken, der Reingewinn unter anderem aufgrund von ausserordentlichen Posten im Zusammenhang mit dem US-Steuerstreit gar um 10 Prozent auf 280 Millionen Franken.

Der Geschäftsertrag verzeichnete ebenfalls einen leichten Rückgang um 2 Prozent auf 991 Millionen Franken, wie das Waadtländer Staatsinstitut am Donnerstag mitteilte. Der Ertrag aus dem wichtigsten Ertragspfeiler, dem Zinsgeschäft, sank dabei um 3 Prozent auf 502 Millionen, was auf die vorsichtige Bewirtschaftung der liquiden Mittel, die Zurückhaltung bei der Hypothekenvergabe und die nach wie vor tiefen Zinsen zurückzuführen sei.

Kommissionsertrag ebenfalls rückläufig

Der Kommissionsertrag nahm unter dem Einfluss der steigenden Aktienmärkte einerseits und des konjunkturbedingten Rückgangs des Geschäftsvolumens im Bereich Trade Finance andererseits um 2 Prozent auf 341 Millionen Franken ab. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft blieb mit 113 Millionen «auf hohem Niveau stabil», der übrige ordentliche Erfolg belief sich auf 35 Millionen (Plus 15 Prozent).

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Parallel zu den Erträgen nahmen auch die Aufwendungen etwas ab. Obwohl per Mitte Jahr 80 Spezialisten von IBM zur BCV gewechselt hätten, verringerte er sich um 1 Prozent auf 519 Millionen Franken. Während der Personalaufwand insgesamt um 1 Prozent zulegte, nahm der Sachaufwand um 4 Prozent ab.

Abschreibungen unverändert

Die Abschreibungen blieben laut Mitteilung mit 86 Millionen Franken unverändert. Die Wertberichtigungen, Rückstellungen und Verluste betrugen 43 Millionen, wobei in diesem Betrag Zahlungen aus dem Quellensteuerabkommen mit Grossbritannien, Rückstellungen für Risiken sowie Rückstellungen für das Stammhaus und die Tochtergesellschaft Piguet Galland im Zusammenhang mit der Teilnahme am US-Steuerprogramm enthalten sind. Ausserdem erzielte die Bank ausserordentliche Erträge von 21 Millionen Franken vor allem aus Auflösung von Rückstellungen und einem Immobilienverkauf.

Mit den vorgelegten Zahlen blieb die Bank beim Reingewinn etwas darunter, sonst in etwa im Bereich der Schätzungen. Im Durchschnitt (AWP-Konsens) wurde ein Gesamtertrag von 994 Millionen, ein Bruttogewinn von 471,1 Millionen sowie ein Reingewinn von 294,1 Millionen Franken geschätzt.

Hypo-Wachstum zwei Prozent

Die gute Wirtschaftslage in der Schweiz und vor allem im Kanton Waadt habe sich günstig auf die Entwicklung des Kundengeschäfts ausgewirkt, heisst es weiter. Die Bilanzsumme wuchs so um 2 Prozent auf 40,5 Milliarden Franken. Auf der Aktivseite stieg das Hypothekargeschäftsvolumen um 2 Prozent auf 23,4 Milliarden an, während auf der Passivseite die Spar- und Kundeneinlagen um 4 Prozent auf 12,8 Milliarden zulegten. Die übrigen Verpflichtungen gegenüber Kunden stiegen um 4 Prozent auf 15,5 Milliarden an.

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Die Bank zog auch neue Gelder an. Der Nettoneugeldzufluss belief sich auf 1,6 Milliarden Franken, wobei der Zufluss von Onshore-Geldern (2,9 Milliarden) wesentlich höher gewesen sei als der Abzug von Offshore-Geldern (1,3 Milliarden). Die verwalteten Vermögen der Gruppe nahmen per Ende Jahr um 6 Prozent auf 83,9 Milliarden Franken zu.

Die Eigenmittelausstattung sei derweil mit 3,3 Milliarden Franken und einer Kernkapitalquote (CET1) von 17,8 Prozent sehr komfortabel und zeuge von der soliden Kapitalbasis der Bank.

Weiterhin hohe Ausschüttung

Die Aktionäre sollen aufgrund der Resultate eine unveränderte Dividende von 32 Franken je Aktie erhalten, 22 Franken als ordentliche Dividende und 10 Franken als ausserordentlichen Ausschüttung aus der Kapitaleinlagereserve. Insgesamt schüttet die Bank somit 275 Millionen Franken an ihre Aktionäre aus. Dem Kanton Waadt allein werden - einschliesslich Steuern - insgesamt 244 Millionen zufliessen.

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Wortkarg bleibt die Bank wie üblich beim Ausblick. Die Gruppe rechnet für das angelaufene Jahr mit einem «ähnlich guten Geschäftsgang» wie 2013, sofern sich die Wirtschaftslage und die Entwicklung an den Finanzmärkten nicht signifikant verschlechtern, wie es heisst.

(awp/gku/me)