Im Steuerstreit mit den USA dürfte die Credit Suisse einem Medienbericht zufolge am Montagabend eine Einigung mit dem US-Justizdepartement verkünden. Die Einigung werde einhergehen mit einem Schuldeingeständnis der Schweizer Grossbank sowie einer Busse in der Höhe von rund 2,5 Milliarden Dollar, schreibt das «Wall Street Journal» mit Verweis auf involvierte Kreise.

Mit dem Durchgreifen gegenüber der Grossbank will die US-Justiz ein Exempel statuieren und zeigen, dass auch systemrelevante Banken nicht «too big to jail» sind. Aber weil das die erste Übung dieser Art ist, gilt sie als schwer wägbar und nicht risikofrei. Darum wurde das Prozedere sorgfältig vorbereitet.

Umfassendes Geständnis

Das Schuldeingeständnis soll vorherigen Berichten zufolge umfassend sein – also auch das Bekenntnis beinhalten, dass die Bank Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet hat. Noch im März hatte CS-Chef Dougan ein Eingeständnis von systematischen Rechtsverletzungen vor dem US-Senat abgelehnt, er sprach von Fehlverhalten auf Mitarbeiterebene.

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Mit dem anstehenden Geständnis wurden in den letzten Wochen vehemente Rücktrittsforderungen laut. «Ich bin der Meinung, sowohl der CEO als auch der VR-Präsident müssen gehen, um die Bank zu retten», sagte etwa SVP-Vizepräsident Christoph Blocher der Zeitung «Schweiz am Sonntag». SP-Präsident Levrat hatte diese Schritte bereits auf der Generalversammlung der Bank erwartet. Ebenfalls in der »Schweiz am Sonntag sagte er: «Das wäre verantwortungsvoll gewesen, im Interesse der Bank und der Schweiz.»

Doch wenn die Informationen des «Wall Street Journals» korrekt sind, müssen weder Dougan noch Rohner gehen. Als Triumph für die Credit Suisse beinhalte der Deal, dass beide ihren jetzigen Posten behalten können, wie eine mit der Sache vertraue Person der Zeitung sagte.  CS-Pressesprecher Marc Dosch gab auf Anfrage des «Wall Street Journal» keinen Kommentar ab.

(awp/me)