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Abgeblitzt
Behörde lässt Kuoni-Stiftung auflaufen

Kuoni: Soll nach Skandinavien wandern. Keystone

Damit die Kuoni-Gruppe nach Skandinavien abwandern kann, wurde der Ankeraktionärin ein Aufpreis versprochen. Die Übernahmekommission streicht aber die Sonderbehandlung.

Veröffentlicht am 31.03.2016

Die Kuoni-und-Hugentobler-Stiftung erhält bei der Übernahme des Reiseanbieter durch die Beteiligungsgesellschaft EQT keinen Aufpreis. Die Übernahmekommission hat eine Einsprache des Ankeraktionärs gegen einen von ihr früher gefällten Entscheid abgewiesen.

Die A-Aktien der Stiftung müssten gemäss der Best-Price-Regel gleich behandelt werden wie die B-Aktien des Publikums, begründete die Übernahmekommission (UEK) ihren am Donnerstag publizierten Entscheid. Damit verbietet sie die zwischen der Stiftung und dem skandinavischen Käufer EQT ausgemachte Prämie von 20 Prozent auf den A-Aktien.

Stimmmächtige Stiftung

Diese Prämie hätte die Stiftung zum einen für ihren Aktienanteil von 6,25 Prozent und zum anderen für den Verzicht auf die Stimmrechtskontrolle erhalten sollen. Die Kuoni-und-Hugentobler-Stiftung hält 25 Prozent der Stimmrechte am Konzern.

Sie hatte gegen eine Ende Februar publizierte Verfügung der UEK Einsprache erhoben. Sie monierte, ihre A-Aktien hätten einen anderen Charakter als die im Publikum befindlichen B-Aktien. Mit dem am Donnerstag veröffentlichten Entscheid wies die UEK das zurück und beharrte auf ihrem Standpunkt.

Weiterzug offen

Die Kuoni-und-Hugentobler-Stiftung kann die Verfügung noch an die Finanzmarktaufsicht (Finma) weiterziehen. Ihr bleiben fünf Börsentage Zeit.

Sekretär Marco Müller teilte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mit, der Stiftungsrat werde die Verfügung analysieren. Ein Entscheid sei noch nicht gefällt. Das Angebot an die B-Aktionäre sei nicht betroffen und die Stiftung nach wie vor überzeugt, dass die Transaktion wie geplant durchgeführt werde.

Viel Geld auf dem Spiel

Die Beteiligungsgesellschaft EQT hatte im Einverständnis mit dem Kuoni-Verwaltungsrat und der Kuoni-und-Hugentobler-Stiftung Anfang Februar für den Reisedienstleister Kuoni Group ein Übernahmeangebot lanciert. Es beinhaltet das Kaufangebot an die Publikumsaktionäre von 370 Franken pro Aktie.

Die Stiftung bringt rund 1,25 Millionen Kuoni-A-Aktien in die Übernahme ein. Mit der Stiftung hatte EQT vereinbart, dass sie für ihre Aktien und den Verzicht auf die Aktienstimmrechtsbeschränkung eine Prämie von 20 Prozent erhalten soll. Im weiteren war ein befristetes Verkaufsverbot vereinbart.

Radikal umgebauter Konzern

Im letzten Jahr war Kuoni radikal umgebaut worden und besteht seither noch aus drei Teilen: Einem in Dubai, einem in London und einem in Zürich. In Dubai werden im Auftrag von Regierungen Visa-Anträge bearbeitet. Von London aus bietet Kuoni Dienstleistungen wie Übernachtungen, Transfers oder Exkursionen für andere Reiseunternehmen an. Und von Zürich aus werden Gruppenreisen meist an asiatische Reiseveranstalter verkauft.

Das gesamte Geschäft mit der Organisation und dem Vertrieb von Reisen für Privatpersonen wurde bereits im Juni 2015 verkauft. Das europäische Reiseveranstaltergeschäft ging an den deutschen Rewe-Konzern, jenes in Indien und Hongkong an die kanadische Investmentholding Fairfax.

(sda/ise/me)

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