Weder von einer Bonusstreichung noch von einer Kürzung wollen derzeit Raiffeisen und PostFinance etwas wissen. Im Gegenteil, beide Finanzinstitute halten an ihren bisherigen Lohnmodellen fest - und damit auch an der künftigen Zahlung einer variablen Lohnkomponente.

Bei PostFinance darf sich die gegenwärtige Geschäftsleitung gar über mehr Lohn für das vergangene Jahr freuen. «Im Jahr 2007 hat unsere achtköpfige Geschäftsleitung 2,2 Mio Fr. inklusive Bonus verdient. 2008 waren es rund 2,4 Mio Fr.», sagt PostFinance-Mediensprecher Marc Andrey. Massgeblich für die zusätzliche Lohnzahlung war neben dem Geschäftsergebnis der gesamten Postgruppe der Teuerungsausgleich.Auch die St. Galler Genossenschaftsbank Raiffeisen sieht im eigenen Unternehmen keinen Handlungsbedarf, was die Bonidiskussion angeht. «An der Bonuskomponente wird weiterhin festgehalten», sagt Mediensprecher Franz Würth. Allerdings gibt er sich hinsichtlich der effektiv ausbezahlten Summe noch wortkarg. «Wie das konkrete Entschädigungsmodell für 2009 aussieht, wird im Lauf des 1. Quartals noch offen dargelegt», so Würth. Bisher betrug der Bonus durchschnittlich 15% des Basissalärs.

Gerechtfertigte Bezahlung?

Besonders bei der UBS sorgt die Bonizahlung für Kontroversen. Der Grund liegt neben dem Milliardenverlust insbesondere in der von der Bank in Anspruch genommenen Staatshilfe. So erachtet es die Mehrheit der Öffentlichkeit als unangebracht, dass quasi ein Staatsunternehmen noch immer variable Lohnkomponenten in Millionenhöhe bezahlt. Diese Frage ist wohl auch bei PostFinance gerechtfertigt. So geniesst die Post-Tochter im Gegensatz zu Raiffeisen dank Staatsgarantie den Schutzmantel des Bundes. Und analog zur UBS musste auch PostFinance 2008 immer wieder Wertberichtigungen vornehmen. Der Grund liegt darin, dass die Post-Tochter noch immer keine Banklizenz besitzt. Daher muss sie ihre Gelder im risikoreicheren ausländischen Finanzmarkt anlegen. Entsprechend gab CEO Jürg Bucher bereits Ende vergangenen Jahres gegenüber der «Handelszeitung» bekannt, dass sich der Rekordgewinn von 2007 im Jahr 2008 nicht wiederholen wird.

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