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Bei der Postfinance kommt es zum Kahlschlag

Postfinance
Postfinance: Bis 2020 fallen zahlreiche Stellen weg.Quelle: Keystone Images

Postfinance baut massiv Stellen ab – Hunderte Jobs fallen bis 2020 weg. Die Gewerkschaften kritisieren den Abbau scharf.

Veröffentlicht am 05.06.2018

Die Postfinance baut bis zu 500 Vollzeitstellen bis Ende 2020 ab. Die Finanzabteilung der Post begründet den Schritt am Dienstag mit der zunehmenden Automatisierung und Digitalisierung von Prozessen. Gleichzeitig werde die Beratung von Privat- und Geschäftskunden neu ausgerichtet nicht näher genannte Geschäftstätigkeiten würden ausgelagert. Parallel dazu schaffe die Postfinance aber auch neue Stellen.

Rund zwei Drittel des Abbaus soll den Angaben zufolge über natürliche Fluktuationen aufgefangen werden. Der geplante Stellenabbau mache in verschiedenen Bereichen ein Konsultationsverfahren nötig. Die Geschäftsleitung der Postfinance werde die in diesem Zusammenhang eingereichten Vorschläge prüfen.

Im August wird endgültig darüber entschieden, ob und in welchem Ausmass die heute beabsichtigten Massnahmen umgesetzt werden. Postfinance prüft für einzelne Bereiche auch die Auslagerung.

Nicht der erste Abbau

Welche Geschäftseinheiten von diesen Massnahmen betroffen sind, gibt die Bank nicht bekannt. Postfinance-Sprecher Richard Pfister bestätigt auf Anfrage von AWP lediglich, dass der jetzige Stellenabau zusätzlich zu den bereits im vergangenen Jahr beschlossenen Personalkürzungen erfolge.

Damals gab das Unternehmen den Abbau von 45 Stellen bekannt, als die Schliessung der Standorte Kriens und Münchenstein per Mitte 2018 angekündigt wurde sowie die Integration des Kontaktcenters St. Gallen in jenes von Netstal auf Ende Jahr. Ebenfalls im Herbst 2017 kündigte Postfinance die Verlagerung von 120 Arbeitsplätzen an die Post-Tochter Swiss Post Solutions (SPS) an. Betroffen waren Angestellte, die für die Bearbeitung von Dokumenten und Belegen zuständig sind.

Kritik der Gewerkschaft

Die Gewerkschaft Syndicom verurteilte die Massnahmen aufs schärfste. Die Postfinance-Geschäftsleitung habe es verpasst, die Transformation des Unternehmens hin zum «Digital Powerhouse» frühzeitig anzugehen. Die Leidtragenden seien nun die Mitarbeitenden. Zudem lasse der Verzicht auf den Retailvertrieb ein weiteres Zusammenschrumpfen von Postfinance befürchten, schrieb Syndicom in einer Stellungnahme.

Gemäss Mitteilung der Gewerkschaft sind vom Abbbau hauptsächlich Betreuer und Betreuerinnen von Geschäftskunden sowie Personen aus dem Operationscenter betroffen. In diesem Zusammenhang wirft Syndicom der Geschäftsleitung auch vor, im Geschäftskundenbereich versagt zu haben. In der Führung sässen offenbar die falschen Personen, schreibt Syndicom.

(sda/mbü)

 

 

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